Nostalgie Ferien Bauernhof Czinki

Romantischer Ferien Bauernhof im Landschaftspark Pannonhát, Nähe Plattensee, West-Ungarn

Ortrun und László Czinki, H 8756 Kisrécse Kendli (Sándormajor) Ungarn
Tel.: 0036 93 371 471; 0036 20 553 8012; e-mail: czinki@ferienhofczinki.hu; Facebook

Ein Bauernhof für ganz tolle Ferien auf einem der schönsten Ferienhöfe in Europa

Seit 1997 mehrere tausend zufriedene und meist wiederkehrende Familien und Gäste

Rundbrief Nr. 9, Weihnachten 2004 / Neujahr 2005

Liebe Freunde,

das Glatteis vor einigen Tagen ließ uns zwar keine grauen Haare wachsen (wir haben schon welche!), doch wappneten wir uns mit Krallen unter den Stiefeln, um Hof und Tiere ohne Schrammen und Knochenbrüchen zu erreichen. Der Winter grüßt also wieder, und wieder ist ein Jahr um; fast. Um diese Zeit ist es genau acht Jahre her, daß sich der Laster in Essen-Steele mit unserem Hab und Gut in Richtung Ungarn in Bewegung setzte und seine Lichter im Dunkel der Nacht verschwanden. Das damals vermeintlich Unerlässliche an Bord ist teils immer noch unausgepackt oder es staubt vor sich hin in irgend einem Regal. So relativiert die Zeit unsere Werte also, zumindest diese, die in Umzugskartons verstaut werden können.

2004 war ein besonderes und bedeutendes Jahr für Ungarn. Das Land schaffte die Europareife und wir durften dabei sein. Wir dudelten zur „Stunde Null” zuerst die ungarische, dann die europäische Hymne, bevor das große Feuerwerk sämtliche Tauben, Turmfalken und Eulen der Stadt zur plötzlichen Flucht veranlasste. Es war trotzdem rührend und feierlich; nur das Festbier schmeckte fad aus dem Plastikbecher. War das noch ungarisch, oder schon europäisch?.

Europa brachte uns bisher nicht viel Aufregendes. Dies nicht nur, weil uns das Dazugehörigkeitsgefühl vorher schon bekannt war, sondern weil sich hier seit dem Beitritt nicht viel verändert hat; abgesehen von Teuerungen, mehr Arbeitslosen und einem gehörigen Zuwachs an Bürokratie. Den Euro kriegten wir ja noch nicht und mit Personalausweis konnten wir vorher schon nach Österreich oder anderswohin reisen; die Umstellung war für uns also leistbar. Z. Zt. warten wir auf ein paar Euros aus Brüssel für das späte Mähen unserer Wiese; spät, damit die Bodenbrüter ihre Jungvögel rechtzeitig und gefahrenlos aufziehen können.

Die Wiesenvögel konnten sich dieses Jahr auch gut verstecken, denn das Gras wuchs mannshoch nach dem Dauerregen im Frühjahr. Daß wir aber trotzdem mit Fütterungsproblemen zu kämpfen bekamen, liegt an der Dauermisere um unsere Maschinen, die entweder nicht zu reparieren sind, oder trotz Reparatur die Gefolgschaft verweigern. Allein unser musealer, alter Steyr-Traktor leistet wertvollen Dienst ganz zu unserer Entzückung, denn der gleichaltrige IHC befindet sich z.Zt. mit Kupplungschaden im Krankenstand. Kein Beinbruch, sagt der Mechaniker; auch bei uns Menschen funktioniert das Kuppeln jenseits von 40 nicht immer gut.

Wenn die Geräte schon nicht so zuverlässig sind, sollen sie wenigstens gepflegt untergebracht sein, haben wir gedacht und bauten einen Schuppen für sie. Da dieser aber noch zum Bauholz- und Heulagern mißbraucht wird, rosten unsere Helfershelfer unter freiem Himmel nach wie vor einer noch nostalgischeren Zukunft entgegen.

Der Geräteschuppen ist jedoch nur eines der Resultate unserer Bauwut in diesem Jahr; auch weitere Werke lasten schwer auf unserem Geldbeutel. Dafür aber können sich unsere Tiere über neues Dach über dem Kopf und über neue Stallwände aus Holz und Strohballen

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erfreuen. Unsere Pferde bleiben nun auch im Winter draußen und das Federvieh und das Schaf haben einen eigenen, eingezäunten Bereich im hinterem Hofteil, abseits des Gästebetriebes. Vorn blieben nur noch die Hofhunde Dagi und Tina, und die Katzen Józsi, Grauli und Tutti.

Nach ihrem Freiwerden konnten Schafstall und Hühnerstall zu Behausungen für Gäste umgebaut werden. Es entstand ein schnuckeliges Gästehaus (Pici) für vier, eine kleine Einliegerwohnung für zwei bis vier Personen und ein sog. Heuhotel, in dem insbesondere Tourengäste in Schlafsäcken auf Heu nächtigen sollen. Tagsüber steht das Heuhotel auch Kindern unserer Feriengäste zur Verfügung. Der Hühnerstall mauserte sich zu einem Gemeinschaftsraum (Feier-, Spiel-, Party-, Werkel- und Seminarraum für bis zu 15 Personen); insbesondere an kühleren Tagen werden unsere Gäste diese Ergänzung zu schätzen wissen. Eine kleine, holzbeheizte Sauna wird ab Frühjahr das Arrangement noch abrunden.

Abermals haben sich unsere Tiere als das tragende Element im Gästebetrieb unseres Nostalgiebauernhofes bestätigt. Kaum bricht der Tag an, bevölkern kleine und heranwachsende Gäste den Hof, führen Hunde spazieren, striegeln Ponys, sammeln Eier ein und toben im frischen Heu in der Scheune. Die Kleinen reiten Fanni, die Ponymama, die Größeren und Mutigeren die großen Pferde Hullám und Claudia und wir haben alle Hände voll zu tun. Abends geht es meist noch höher her, da bruzelt etwas Leckeres auf dem Grill, kocht eine feine Suppe im Gulaschkessel oder backt Brot, Pizza oder schmackiges Fleisch im Backofen in unserem Dühöngõ (Partyschuppen). Der Dühöngõ war abermals der begehrte Treffpunkt unserer Gästeschar. Veredelt (-nebelt) wurde die frohe Runde hier immer wieder durch das gute Nass aus dem kühlen Weinkeller von nebenan.

Und wir hatten wieder gut Gäste im Sommer. Viele vom Vorjahr und aus den Jahren davor kamen wieder, brachten teils weitere Gäste mit, leiteten die Neulinge an und kündigten ihr Wiederkommen auch 2005 an. Einige ließen sich jetzt schon tief ins Reservierungsbuch eingravieren und mit dem Rest rechnen wir noch fest und wir freuen uns auf alle. Sie werden sicherlich ebenso leidenschaftlich, wie bisher, unsere Ausritte, Kutschenfahrten und Dampflokschmalspureisenbahnpicknicknachmittagsspassfahrten

mitmachen. Auch Aufwendigeres, wie Ganztagesausflüge mit der Kutsche oder auf dem Pferd wird es wieder geben, mit oder ohne Krautstrudel bei Irénke in Zalamerenye (bei Dénes und Anhang klingeln jetzt sicherlich die Ohren). Auch Aquarell- und Töpferkurse stehen auf dem Programm und Traktorfahrten zum Stroh- oder Heueinbringen oder zur Weinlese. Die vielen fleißigen Helfershände in Hattingen, Neustadt /Opf. und sonstwo jucken jetzt wohl und bereiten sich zum nächsten Angriff vor.

2005 hoffen wir auch mit unseren zweirädrigen Gefährten Fahrten und Touren unternehmen zu können. Insbesondere hoffen wir, daß hierzu auch unser zweijähriger Wallach Cézár zur Verfügung stehen wird, der seit dem letzten Winter mit einer rätselhaften Erkrankung bei uns in der Pflege steht. Er machte uns sehr viel Kummer und auch mächtig Arbeit; zeigt sich aber, Gott sei Dank, auf dem aufsteigenden Ast. Im Frühjahr werden wir auch Helena, die ebenfalls zweijährige Tochter von Hullám in die Plicht nehmen und mit der Monti Roberts-Methode an den Sattel gewöhnen. Mit ihr werden dann drei Reitpferde zur Verfügung stehen. Auch die Ponys Max und Fátyol werden an den Kleinen unserer Reiter Dienst tun müssen, neben ihrer Mutter Fanni, die wir im Sommer nun von unserem Kutschenfahrer erworben haben. Moritz, das diesjährige Fohlen von Fanni, hätte noch zwei Jahre Schonfrist, muß aber abgegeben werden, da die, für Juni zu erwartenden, nächstjährigen Fohlen von Fanni und

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Fátyol seinen Platz streitig machen. Nächstes Jahr wird es also wieder Fohlen geben, wenn auch wieder nicht von den großen Pferden.

Was gab / gibt es sonst noch Neues in unserer Tierwelt? Die diesjährige Gästeschafschur hat erneut keine Rekordzeit eingefahren; mit knapp 4 Stunden waren unsere Gäste diesmal zwar nicht schnell, aber gründlich. Nach der Schur schauten die anderen Tiere das gerupfte Schaf an, als käme es von einem anderen Stern. Die Kaninchen vermehrten sich auch dieses Jahr wie Kaninchen und erreichen mittlerweile einen Bestand von über 20 Exemplaren. Die Gans Morcos, unser treuer und freundlicher Begleiter vom Anfang an, hat sich leider verabschiedet; sie ist bei Einbruch der Kälteperiode an Altersschwäche verschieden. Wir denken, daß viele unserer Gäste, die Morcos lieb gewonnen haben, jetzt Trauerflor anlegen.

Ansonsten vermögen wir nichts Spektakuläres aus unserem Tierreich in diesem Jahr vermelden. Unsere Aufzucht an Truthähnen, Perlhühnern und Gänsen ist kläglich mißglückt. Auch die Katzenkinder haben ihre ersten Wochen nicht überlebt. Bei den Hunden Lidi, Morzsi und Dagi konnten wir von Vornherein keinen Nachwuchs erwarten und Tina hat uns im Stich gelassen; der Größenunterschied zu ihrem Freund Dagi war wohl nicht überwindbar.

Auch „Menschliches“ gab es um Ortrun und László im Jahre 2004. Besuch bekamen sie vom Lászlós Sohn, Alexander mit Frau Tina und Tochter Timea und von Ortruns Vater Paul. Lászlós Tochter Michaela lehrt jetzt in einer Schwesternschule in Ingolstadt, ihr Mann Michael lernt mit dem Chefarztjob ohne Chefarztgehalt zurecht zu kommen, ihre Tochter Cornelia lernt in der ersten Klasse in der Volksschule in Kösching, die kleinere Tochter Juliane lernte ohne Cornelia auszukommen im Kindergarten, Eva, die zweite Tochter von László lernt für ihren Doktor an der Eidgenössischen Hochschule in Sanktgallen, Lászlós Sohn Alexander lernt das Lehren an der Hochschule in Aschaffenburg; dort leistet er seit dem 01.12. Dienst als Professor für Robotronik, seine Frau Tina lernt das Leben ohne lehren zu dürfen und Tochter Timea lernte das Laufen und räumt zwischenzeitlich die Regale im Wohnzimmer aus. Auch Ortruns Neffe, Fabian, lernt Höheres, und zwar am Gymnasium. Michaela wohnt mit Familie nunmehr zwischen eigenen Wänden; im Juli haben sie in Kösching ihren Neubau bezogen.

Und auch Ortrun und László gab es 2004. László fiel die Hauptlast beim Bauen, bei der Tierversorgung, beim Bestellen von Wiesen und Weingarten, beim Organisieren

von Gästeprogrammen, beim Reparieren von Zäunen und bei der Tilgung übermäßigen Gästedurstes zu. Ortrun machte den Haushalt, pflegte die Blumen und den Gemüsegarten und zog etliche Leckereien darin hoch, versorgte Bienen, Hunde und Katzen, ist für die Sauberkeit der Gästehäuser zuständig, gab Reitstunden, ritt mit Gästen aus, malte mit und ohne Gästen und stellte ihre Bilder aus (Mülheim/Ruhr, Neusiedl a. d. Pernitz, Nagykanizsa (4X), Kendli, Borsfa). Sie wirkte bei Künstlersymposien (Kendli, Klagenfurt) mit und ergänzte ihre Maltechnik durch Herausheben und differenzierte Bearbeitung von Details und erntete damit anerkennende Kritiken. Neben einer laufenden Ausstellung in Nagykanizsa sind für 2005 Ausstellungen in Österreich (Klagenfurt, Güssing) und in Ungarn (Lenti) geplant.

Und auch László konnte sich nicht mit den Sorgen um Tiere, Hof, Bauen und Gäste begnügen. Er berät weiterhin die Kleinregion Nagykanizsa, plante und baute seinen Kindergartenhof weiter, begleitete Fachdelegationen nach Österreich und entwarf eine Siedlung mit 300 Wohneinheiten für heimkehrende Ungarn. Letzteres wird ihn, wie es scheint, auch noch in der nächsten Zeit in Atem halten, wenn’s tatsächlich um die weitere Planung gehen sollte.

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Die „Große Welt“ erschloß sich uns auch dieses Jahr weitgehendst vor dem Fernsehschirm oder aus der FAZ-Sonntagszeitung. Unsere Tiere genehmigten uns abermals keinen Urlaub; sie rufen sogar auch jetzt, sozusagen „zwischen den Zeilen“ zum Füttern, Pflegen und Misten. Zwei Ausflüge leisteten wir uns doch, nämlich zur Eröffnung Ortruns Ausstellung in Neusiedl in Österreich und zur Finissage ihrer Ausstellung in Mülheim/Ruhr. Bei beiden Gelegenheiten beehrten uns viele Freunde mit ihrem Erscheinen; der Termin in Mülheim wurde nicht nur ein tolles Ungarn-, sondern auch ein großes Wiedersehensfest mit alten Freunden, Verwandten, ehemaligen Mitarbeitern und Verehrern von Ortruns Kunst. Wir danken allen, die kamen und diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.

Hoffnungen, Erwartungen, Pläne für 2005?

Ja; vor allem Gesundheit, Zufriedenheit, Spaß und Freude mit unseren Gästen, Tieren und Pflanzen, dazu Eingebungen zum Malen, Planen, Kommunizieren, einmal Einkaufen in Österreich, einmal Baden in der Adria und einmal Zusammensein mit Verwandtschaft und mit Euch, irgendwo, am Besten in Kendli oder wieder im Brauhaus in Wuppertal. Auswärtige Vorhaben allerdings werden erst verwirklichbar sein, wenn wir jemanden Zuverlässigen finden für unseren Hof; dieses Jahr hatten wir diesbezüglich erneut Pech.

Morgen fahren wir aber erst mal nach Szigliget um Gäste in unserem Haus dort zu empfangen; am 30.12. geht es mit Freunden mit der Dampflok zum Picknicken in den Wald, am Silvester beschließen wir das Jahr, wie gewohnt, in einem naheliegendem Restaurant im Kreise unserer Freunde aus Schkeuditz und am 02.01. gibt es wieder Neujahrskonzert in Nagykanizsa.

Nun bleibt es uns noch, Euch ein herzliches Dankeschön zu sagen für Euer Durchhalten mit uns in diesem Jahr, für die Bereicherung unseres Daseins mit Eurer Anwesenheit hier, für das Besuchen der Ausstellungen von Ortrun, für liebe Töne am Telefon und nette Zeilen aus der Feder und auf dem Bildschirm. Besonders danken wir all Denen, die wiederholt den Weg zu uns gefunden haben, und unseren Alltag hier abermals verschönerten, aber auch unserer lieben Freundin Anne, die erstmalig den Linienflug zum naheliegendem Flughafen Sármellék für uns erfolgreich getestet hat und diese bequeme und überhaupt nicht teuere Möglichkeit der Annäherung zu Kendli (27 km) und zu Szigliget (35 km) mit Liebe weiter empfiehlt. Ein Dankeschön auch für die üppige Weihnachts- / Neujahrspost und für die lieben Eintragungen in unseren Gästebüchern, auch auf unserem homepage. Schaut Ihr doch bei Gelegenheit mal rein; unter dem Stichwort „Ortrun Czinki“ findet Ihr manch Informatives über Kendli, Szigliget und über die Welt um uns.

Wir wünschen Euch nun alles Gute, viel Glück und Gesundheit für das Neue Jahr 2005 und hoffen auf ein Wiedersehen im Neuen Jahr.

Herzlich Ortrun und László