Nostalgie Ferien Bauernhof Czinki

Romantischer Ferien Bauernhof im Landschaftspark Pannonhát, Nähe Plattensee, West-Ungarn

Ortrun und László Czinki, H 8756 Kisrécse Kendli (Sándormajor) Ungarn
Tel.: 0036 93 371 471; 0036 20 553 8012; e-mail: czinki@ferienhofczinki.hu; Facebook

Ein Bauernhof für ganz tolle Ferien auf einem der schönsten Ferienhöfe in Europa

Seit 1997 mehrere tausend zufriedene und meist wiederkehrende Familien und Gäste

Rundbrief Nr. 7, Neujahr 2003

Liebe Freunde,

Das Bauerndasein in Kendli brachte auch 2002 zahlreiche Überraschungen, aber auch Erfahrungen und Erkenntnisse. Oft, meist wenn etwas vermeintlich Wichtiges in Angriff zu nehmen war, wollten die Landgötter es anders als wir. Während László z.B. drauf und dran war, einen neuen Schuppen für seine Ackergeräte (Traktor, Pflug, Mäher usw.) zu bauen, spielte Max, Cornelias (Lászlós ältere Enkeltochter) nur halb entmannter Ponyhengst, verrückt und trampelte fast alle Zäune nieder, um zu der einen oder anderen rossigen Stute zu gelangen. Aus dem Schuppen wurde nichts; Zeit und Material mußten für neue Zäune herhalten. Auch andere, teils seit Langem geplante, Vorhaben warten immer noch auf ihre Geburt, wie z. B. das Auspacken des restlichen Umzugsgutes vom1996, die Überdachung des Reitrondells, das Einrichten des Bauernhofmuseums, die Anbringung der Sonnenkollektoren oder die fälligen Reparaturen von Gerätschaften und abgefahrenen Gebäudeecken, die auch aufs Konto unseres verflossenen Hofjungen Roland gehen. In seiner Hand wurde Manches krumm, was vorher gerade war.

Trotz Umwege und Doppelarbeit rundete sich unser „Nostalgie – Bauernhof“ auch 2002 zusehends ab. Wenn auch keine spektakulären Errungenschaften vorgewiesen werden können, sind wir mit dem Erreichten zufrieden. Es ist behaglich hier, zumindest behaupten dies unsere Freunde und Gäste und ihnen glauben wir blind. Kleinere Fortschritte dagegen gab es reichlich, so z.B. bekam das Ferienhaus 4 einen schönen, neuen Garten, andere Gebäude frischen Anstrich und wir eine Menge Arbeit dabei, aber auch viel Spaß, inmitten einer bunten Schar von Gästen und von nimmersatten Tieren.

Der Tierbestand unseres Hofes hat sich 2002 geringfügig erweitert. Hullám, unsere Fuchsstute, bekam im Frühjahr eine hübsche Tochter namens Helena und nur zwei Wochen später auch Stute Claudia das ebenso prächtige Hengstfohlen Cézár. Beide sind fuchsfarben, gesund und lieb. Größenmäßig sind sie ihren Müttern schon fast ebenbürtig, können den Gang an Mutters Zitzl jedoch immer noch nicht lassen.

Mit Pony Max hatten wir zunächst gewaltige Probleme. Er glaubte fortwährend beweisen zu müssen, daß er der Herr (Hengst) im Hause sei. Manche Blessuren, Ängste aber auch Ratlosigkeit waren die Folge bei uns bis wir uns des „Pferdeflüsterers“, Monty Roberts, genialer Methode besannen, das Reitrondell ponytauglich umbauten und Max zur Rede stellten. Nach nicht einmal einer Stunde sagte uns Max, daß er uns als Chefs akzeptieren will und seit dem ist er das brave Lämmchen am Hof und genießt, daß wir ihn nun uneingeschränkt lieb haben.

Max sollte Gesellschaft bekommen, denn zu den Stuten durfte er nicht, außerdem flutschte er ständig unter den Koppelstangen durch und türmte auf die benachbarten Felder, nicht gerade zur Entzückung derer Eigentümer. Schon im Vorjahr haben wir für ihn und Lászlós zweite Enkeltochter Juliane eine hübsche, junge Eselin (Panni) ausgeguckt und sie im Frühjahr Max auch vorgestellt. Er war von sofort an begeistert und es dauerte einige Tage bis sich die heftige Liebe zu ihr auf ein, auch für sie erträgliches Maß einpendelte. Über den Sommer mauserte sich Panni zu unserem Liebling und auch zum Liebling unserer Gäste und Nachbarn. Sie war handzahm, grüßte uns freundlich, wenn wir in die Nähe kamen und kuschelte sich heran. Um so mehr traf uns ihr plötzlicher Tod erst vor Kurzem am „Freitag den 13. Dezember“. Also fordert das glückliche Leben auf dem Lande von uns jährlich ein schmerzliches Opfer; erst ein Jahr zuvor war es unser „Erstkind“, die Stute Hajnal, das von uns ging und uns die Endlichkeit unseres Daseins bitter vor Augen führte.

Pannis Platz hat inzwischen Fátyol (Schleier), Maxs einjährige Halbschwester, eingenommen, die als „Sommergast“ seit dem Frühjahr schon bei uns ist. Es ist ein prächtiges Ponymädchen und paßt zu Max, wie keine Andere. Auch Juliane hat sie schon kennengelernt während ihres Juniaufenthaltes mit Mutter und Schwester hier. Auch hoffen wir Pannis Mutter Moni hierher zu bekommen, ein Trost für uns, denn Esel darf nicht mehr fehlen am Hof; wir haben diese Tierart so lieb gewonnen.

Sonst tat sich nicht sehr viel bei unseren Tieren. Die Hühner vermehrten sich gut, Dank der Technik (Brutmaschine), dagegen hatten wir Pech bei dem Nachwuchs von Gänsen, Enten und Perlhühnern. Auch unser Schaf blieb partnerlos und damit auch kinderlos. Alleine das Kaninchen brachte acht Junge auf die Welt, von denen sechs noch am Leben sind. Nun kommt die nicht ganz leichte Aufgabe auf uns zu, die niedlichen Wesen zu „Nährgrundlage“ zu machen; bei den Hühnern haben wir dies bereits gemeistert. Übrigens, ein Anschauungsunterricht auch zu diesem Thema lief kürzlich über bundesrepublikanische Bildschirme unter dem Titel „Schwarzwaldhof“. Manche Anregung brachte die Sendung auch für uns nicht mehr Freizeit- und noch nicht Profibauern.

Der Vollständigkeit halber sei noch gesagt, daß Wollschweine weiterhin noch auf ihre Aufnahme bei uns warten, weil wir noch keine geeigneten Behausungen für sie haben, ebenso Ziegen, für die wir noch eine Ecke schaffen müssen, wo sie, ihrer Natur entsprechend, alles nieder fressen können, was sie finden. Weiterhin ist uns Dagi, unser Hofhund, hochgradig untreu gewesen; er kam nur ab und zu mal vorbei, fraß sich voll und ging dann wieder. Jetzt liegt er an der Kette und muß zusehen, daß Tina, unsere neue, niedliche, junge Hündin, die im Sommer viele unserer Gäste begeistert hat (wenn das kleine Biest bloß keine Eier klauen und Hühner killen würde), frei herumflitzt. Sonst hatten wir noch reichlich Zuwachs an Katzen; eines von ihnen wurde von Gästen von uns auf den Namen László getauft und anschließend nach Germany exportiert. Unser Haushund Morzsi spielt das lustige „Häuschen – Einlaß – Spiel“ mit ihrer Mitbewohnerin Lidi, wie eh und je; wir sind gespannt, wann endlich Lidi das faule Komplott gegen sie durchschaut und nicht mehr mit macht.

Unser Hof wäre ärmer ohne unsere Gäste. Sie gab es zahlreich im Jahre 2002 und sie waren alle sehr reizend. Es scheint uns, als ob ein imaginärer Filter nur gute Leute zu uns durchlassen würde. Wir hatten nicht nur viel Spaß mit unseren Gästen, sondern auch viele anregende Gespräche, manchmal stundenlang am Frühstückstisch und anderswo. Wir grillten und tranken unserem Wein mit ihnen im Dühöngö (Partyschuppen), machten Ausritte und Kutschentouren mit ihnen, leiteten sie beim Bogenschießen an oder machten Ausflüge mit ihnen, alles wunderschöne Erlebnisse, die wir nicht so schnell wieder vergessen werden. Vielen von ihnen brachten wir das Reiten bei oder versuchten sie mit weiterführenden Reitkenntnissen zu bereichern. Wenn auch Einzelbilder des Zusammenseins mit unseren Gästen mit der Zeit schwinden, bleiben die Erinnerungen an die zahlreichen Ausflüge mit Kutsche und Reitbegleitung zu Weinbergvesper am Salamons Traditionsweinhaus und an die Ganztagsausflüge mit Gespann und im Sattel, die manchmal ihr Ziel gar nicht erreicht haben, weil irgend ein „lyukas pince“ (löchriger = offener) Weinkeller im Wege stand. Unvergessen bleiben auch spontane Aktionen, wie z.B. die gemeinschaftliche Schafschur von Medizinern, Journalisten, Pädagogen etc.. Unter den Gästen waren auch Richard, Lászlós Hochschulfreund, Ernst, einer seiner Auftraggeber aus der aktiven Zeit, Judit, die inzwischen dienstälteste Pferdepflegerin unter den Gästen und Hans, der wieder alles reparierte, was tropfte oder nicht rund lief. Und alle brachten Anhang mit, Ehefrauen, Eltern, Schwägerin, Sohn, Enkelkinder etc. mit; Ria dazu ein Koffer voll alte Klamotten, die gute Dienste leisten am Hof oder bei Nachbarn. Und viele unserer Gäste sind zwischenzeitlich bereits „Wiederholundssünder“; sie kamen das 2., 3. etc. mal, so auch Fabi, der Neffe von Ortrun, der in seinem Weihnachtsgruß fragt, ob die Gänse immer noch so bissig seien, wie im Sommer oder eine Winterpause eingelegt hätten. Aber ebenso gerne erinnern wir uns an die vielen Erstgäste, die unsere

Tage ebenso bereichert haben und zu neuen Freunden geworden sind; viele von ihnen haben ihr Wiederkommen signalisiert, manche haben sogar bereits gebucht.

Was hat sich sonst noch getan im Jahre 2002? Vor allem gab es viel Arbeit, wie: Holz schlagen im Wald; Heu machen für die Pferde; täglich Striegeln, Füttern, Ausmisten; das Weingrundstück bestellen, Wein machen; wöchentlich Rasen mähen (im Sommer) auf ca. 15.000 qm Gartenfläche; Gemüsegarten bestellen; Obst und Früchte ernten; Sirup und Marmelade machen; Bienen versorgen, Honig schleudern; Hunde und Katzen füttern; Gebäude und Gerätschaften in Schuß halten, reparieren; Schnee schippen; Einkaufen; Gäste betreuen, für sie Frühstück arrangieren; sich mit der ungarischen Bürokratie herumschlagen und vieles Andere mehr. Und kaum zu glauben, ab und zu blieb auch noch Zeit für Freunde und Hobbys, leider viel zu wenig, aber um so intensiver. Mit viel Freude erfüllt uns auch Ortruns Kunst, die zwar am meisten vom Zeitmangel geplagt wird, jedoch auch viel Freude bringt. Auch gewisse Erfolge lassen sich schon vorweisen, nicht nur bezüglich der Zahl ihrer Ausstellungen, sondern auch bezüglich der Anerkennungen der Ausstellungsbesucher. Fünf Vernissagen waren es 2002, die Ortrun auf ihr Konto verbuchen kann, davon drei in Wien, wovon zwei Einzelausstellungen waren; eine weitere Ausstellung wird in drei Wochen hier in Nagykanizsa stattfinden.

Auch Lászlós Kunst, die Planung, blieb auf der Tagesordnung auch des Jahres 2002. Er plante und baute einen Innenhof, einen Kindergarten-Garten (1. Bauabschnitt) und entwarf den Rathausvorplatz seiner Geburtsgemeinde. Er führte ein Viertelhundert von Bürgermeistern auf Exkursion nach Österreich, dachte einige Projekte für den Nationalen Plan aus, bereitete den Regionalverband für unser Hinterland vor, begann mit der Entwicklungsplanung unserer Gemeinde und gründete eine Stiftung mit. Er baute Ortruns Küche weiter und fing mit dem Bau des Gartentores an. Auch für dieses Jahr zeichnen sich Felder ab, bei denen er nicht ohne Täter- oder Mittäterschaft davonzukommen scheint, unter Anderem im Alternativenergie – Bereich und bei der Gründung des Regionalverbandes. Bei beiden Themen zeichnet sich die Zusammenarbeit mit Institutionen in Österreich ab.

Familiär gesehen war die Hochzeit von Lászlós Sohn, Alexander, mit Tina im Mai im Schloß Moyland am Niederrhein das herausragende Ereignis des Jahres 2002. Nach der feierlichen Trauung, dem nachdenklichen Gang an Josef Boys Werken entlang und dem köstlichen Hochzeitsmal mit witzigen Auftritten von Kollegen und Freunden der Beiden ging es zum unvergeßlichen Drei – Tage – Turn auf dem Segelschiff Deidalos, 25 Mann, Frau und Kind hoch, auf dem Ysselmeer in Holland. Der einzig bittere Nachgeschmack dieses unnachahmlichen Ausfluges rührt von der 50,- Euro – Strafe wegen Überschreitung der erlaubten Geschwindigkeit um 2 km/h in einem kleinen holländischen Kaff auf der Rückfahrt. Die Hochzeit wurde im Oktober hier bei uns „nachgestellt“ für Alexanders ungarische Verwandte und Freunde mit durchschlagendem Erfolg, wozu der Auftritt unseres Pferdefreundes László mit seiner von vier Schimmeln gezogenen Hochzeitskutsche, entscheidend beitrug. Zu unserer großen Freude kamen auch Tinas liebe Eltern und ein befreundetes Paar der Brautleute hierher. Den beiden Letzteren hat die Veranstaltung so gut gefallen, daß sie sich anschließend selbst verlobt haben.

Bei so vielem Positiven, was wir 2002 erleben durften, gab es leider auch Trauriges. Wir mußten uns von unserem langjährigen Freund Ernst aus Essen verabschieden. Tröstend für uns bleiben die Erinnerungen an die wunderschönen Tage, die wir mit ihm, seiner lieben Frau, sowie seiner Tochter und der netten Enkelin ein Jahr zuvor hier bei uns verbringen durften.

Und was wünschen wir uns im Neuem Jahr? Vor Allem Gesundheit und ein bißchen Kontinuität. Zu Ostern bekommen wir ein neues Prospekt von unseren Druckerfreunden Susanne und Wolf – Dieter und vielleicht vorher schon ein neues Hompage von Ortruns Bruder Ekki. Prospekte können wir auf Wunsch ab Frühjahr zusenden, die Hompage könnt Ihr Euch jetzt schon ansehen unter: www://eklärner.bei.t-online.de/ oder über eine Suchmaschine Stichwort: „Urlaub auf dem Bauernhof Ungarn“ oder „Ortrun Czinki“.

Als Letztes zeigen wir Euch einen Bericht vom Wolfgang, eines unserer Gäste – zwischenzeitlich Freund -, über unseren Hof in einem Fachorgan aus Bayern; vielleicht bringt Euch die Schrift unsere Welt ein Stückchen näher. Wir verabschieden uns mit den besten Wünschen für 2003 und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen

Eure Ortrun und László