Nostalgie Ferien Bauernhof Czinki

Romantischer Ferien Bauernhof im Landschaftspark Pannonhát, Nähe Plattensee, West-Ungarn

Ortrun und László Czinki, H 8756 Kisrécse Kendli (Sándormajor) Ungarn
Tel.: 0036 93 371 471; 0036 20 553 8012; e-mail: czinki@ferienhofczinki.hu; Facebook

Ein Bauernhof für ganz tolle Ferien auf einem der schönsten Ferienhöfe in Europa

Seit 1997 mehrere tausend zufriedene und meist wiederkehrende Familien und Gäste

Rundbrief Nr. 4, Weihnachten 1999 / Neujahr 2000

Liebe Freunde!

Bevor es wieder in gewohnter Weise losgeht mit unserem Bericht über die Geschehnisse ums Haus, den Hof und um ihre Bewohner möchten wir Euch kurz in das weihnachtlich / naujährliche Ungarn einführen; ein bisschen Ersatz für all die vielen versäumten Stunden, die wir hätten miteinander verbringen können, wenn wir uns mit unserem Fortzug aus Euerem Gesichtsfeld solchen Gelegenheiten nicht entzogen hätten.

Weihnachten ist nicht nur Tannenduft und Kerzenlicht, sondern auch Stress uns Hektik um all die Geschenke auszudenken, auszusuchen, einzukaufen, zu verpacken, zu transportieren, zu verschicken oder persönlich zu übergeben an die Lieben und diejenigen, die das Bschenken verdient haben sollen. Abermals waren wir bei diesem Geschäft überfordert; wir fanden meist das passende Geschenk nicht oder wir hatten keine richtige Idee dafür, wussten nicht, was gerade die Mode ist, was zu wem passt, was angemessen ist, was er / sie noch nicht hat etc., etc. Dagegen scheint es mit dem Schenken hier in Ungarn relativ problemlos zu sein, man schenkt sich nämlich einfach Sekt, einen süßen natürlich.

Dies ist eine Unart, dachten wir uns beim Anwachsen unseres, bereits an eine Sektkellerei mahnenden Bestandes an süßem Sekt am Anfang unseres Daseins hier. Wir erklärten das Phänomen so: Die Leute mögen selber gerne süßen Sekt uns schenken ihn somit auch ihren Lieben; denn schenken soll ja bekanntlich weh tun. Zweifel an dieser Theorie bekamen wir erst, als wir auch von „Nichtfreunden” süßen Sekt geschenkt bekommen haben. Na, dachten wir, die haben`s raus, dass wir keinen süßen Sekt mögen und wollen uns nur ärgern. Aber wollen das tatsächlich alle, die uns bisher süßen Sekt geschenkt haben? Dies erscheint uns doch zweifelhaft.

Wir suchten daher weiter nach Interpretationen des eigentümlichen, ungarischen Sekt- Schenk- Gebarens. Eine denkbare Möglichkeit wäre es, dass niemand in Ungarn süßen Sekt mag und deshalb ihn sofort weiterschenkt sobald eine müde Flasche seine Sektkreise zu stören beginnt und der Sektstau beii uns ist auch nur deshalb entstanden, weil wir uns selbst nicht trauten etwas zu verschenken, was uns selber nicht mundet. Also es gibt einen bestimmten Bestand an süßem Sekt im Volk und dieser wird ständig weitergeschenkt, dachten wir, doch kamen schnell wieder Zweifel auf, denn wozu stapelten sich die Flaschenmassen mit süßem Inhalt in den Geschäften und Supermärkten, wenn niemand sie trinken würde, nur zur Schau? Nein, das kann doch so nicht sein!

Bisweilen stehen wir auf dem Standpunkt, dass alle unsere Freude süßen Sekt mögen. Sie wissen aber auch, dass wir nicht die geborenen Freunde dieses Gesöffes sind und hoffen, dass ihr Geschenk bald wieder zurückkehrt und dass sie das angenehme Nass dann mit Wonne selbst verkosten können. Zumindest scheint dies eine plausible Erklärung für das Abnorme Anwachsen unseres alkoholisierten Zuckerwasserbestandes zu sein. Und wenn das so ist, dann gibt es auch eine sehr einfache Möglichkeit Luft in unsere Regale zu bringen, nämlich durch Verschenken. Auf die Art und Weise scheint uns das Beschenke- Problem zum nächsten Weihnachten jetzt schon gelöst zu sein.

Doch zwischenzeitlich stellte uns das Schicksal eine neue Hürde. Bei der silvesternächtlichen Tombola haben wir einen der Hauptpreise gewonnen, na was denn? Natürlich einen süßen Sekt und das auch noch in der 3 Liter-Ausgabe. Diesen Kavenzmann jedoch möchten wir zusammen mit Euch und hier in Kendli köpfen verkosten; Voranmeldungen von „Süßen-Sekt-Enthusiasten“ werden unter der obigen Adresse entgegengenommen; für Gäste mit einem, dem unsrigen ähnlichen Geschmack halten wir auch eine trockene Ausgabe zurück.

Für diejenigen, die lieber Wein als Sekt trinken wollen, reift wieder ein guter Tropfen in unserem kühlen Weinkeller heran. Er wurde im letzten Herbst mit verwandtschaftlicher und freundschaftlicher Hilfe aus Deutschlend gelesen und wird im Frühsommer mittels unserer neuen Abfüllgerätschaft in die Flaschen gebracht, falls er nicht vorher schon im trockenen Schlund seiner Winzer und ihrer Helfershelfer verschwindet. Aber bitte keine Angst; die Wüste droht nicht, für den eventuell notwendigen Ersatz haben Nachbarwinzer bereits gesorgt. Auch Schnaps aus Aprikosen, Birnen und Zwetschgen wird in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, ebenso Essbares aus Überresten von Feder- und Borstenvieh.

Auch unsere „Schlafkapazitäten” werden sich bis zum Sommer ausgeweitet haben. Auch den Ausbau des Zigeunerhauses möchten wir bis zum Sommer soweit abgeschlossen haben, dass dort eine Familie mit 4 Personen unterkommen kann. Mit diesen Betten zusammen werden dann insgesamt zehn (+ 2 Zusatz-) Schlafgelegenheiten anbieten können. Plantschbecken, Sandkasten und einige Spielplatzgeräte werden das „Familienprogramm“ ergänzen. Väter können mit unserem Oldtimer-Traktor und den „Kurios-Fahrzeugen“ ihre Runden drehen, aber auch Bogenschießen oder nur einen guten Tropfen Wein trinken. Selbstverständlich werden wir weiter Reiten in alle Richtungen und Kutschenfahrten zu Weinbergvesper etc. anbieten. Auch unser „Festdach“ vor dem Weinkeller wird, nach wie vor, zur Verfügung stehen, diesmal sogar erweitert für Selbstbedienung und ständige Benutzbarkeit.

Den richtigen Hintergrund für einen angenehmen Aufenthalt hier bietet nach wie vor unser Bauernhof mit seiner bunten „Tiere-Sammlung”. 1999 war für uns ein tierreiches Jahr; Ziegen, Schweine und Federvieh vermehrten sich teils sprungartig und bevölkerten den Hof. Bis zu 80 Tiere zählte der Hof zur Sommerzeit mit dem wir auch die Sonnenfinsternis zusammen erlebt haben. Es war einmalig wie die Tiere sich mitten am Tag zurückgezogen haben und nach einigen Minuten totaler Stille wieder „lebendig“ wurden. Unsere Sommergäste zu dieser Zeit haben dieses Erlebnis leider nur mit Laszlo teilen können, denn Ortrun weilte noch in Ratingen und musste beim Sonne-Begucken auf die Gesellschaft ihrer eigenen Tiere verzichten. Beistand leisteten ihr ihre lieben sonnenbebrillten Kollegen aus dem Ratinger Grünflächenamt.

Der neueste „Spross” am Hof ist ein Lämmchen, das sich, überraschend für uns alle, nicht zu Ostern, sondern zu Weihnachten einstellte.

Das Hauptflair des Hofes machen weiterhin unsere Pferde aus. Sie sind Attraktion, Nutztiere und Spielkameraden zugleich und ziehen automatisch das Interesse auch unserer Gäste an. Claudia, unsere Paradestute hat uns im Frühjahr das wunderschöne Hengstfohlen Huszar (Husar) geschenkt, das sich bereits seinen Platz in der Herde erkämpft hat und durch seine Verspieltheit uns und unseren Gästen viel Freude bereitet. Leider Überlebte das Stutfohlen von Hullam seinen ersten ersten Lebenstag nicht; es war zu schwach für diese rauhe Welt. Das zweijährige Stutfohlen Hajnal und der einjährige Moricz haben sich dagegen prächtig entwickeltn und machen uns sehr viel Spaß. Hajnal soll im Frühjahr unter Sattel genommen und vor die Kutsche gespannt werden.

Nachwuchs gab es auch bei Ziegen und Schweinen. Zwei der Ferkel haben sich im Sommer nach ihrer Kastration, wohl nicht aus Dankbarkeit, gleich verabschiedet und zogen die uns umgebende Wildnis der häuslichen Fürsorge vor. Einer von ihnen hat nach einigen Wochen in der Freiheit Reue gezeigt und kehrte an den heimischen Futtertrog zurück, den anderen hat Laszlo kurz vor Weihnachten noch mitten auf dem benachbarten Maisfeld gesichtet; er traut sich scheinbar nicht heim, ahnend vielleicht was auf ihn hier wartet. Das jüngste Schwein ist seit der Silvesternacht auf unserem Hof. Es wurde von Freunden auf der Tombola gewonnen; sie trauten sich jedoch nicht mit ihm in ihrem Mietshaus zu erscheinen; das Glücksschwein hatte somit Glück gehabt und kam zu uns.

Auch andere Tiere zählen bei uns zu den Glücklichen. Enten und Gänse haben Teiche für sich, Truthähne und Perlhühner hocken wie Geier in den Baumkronen, Ziegen Schafe und Pferde fressen die Jungbäume kahl – nicht gerade zuträglich fürs Gärtnerherz – und die Hühner dürfen auf dem ganzen Hof grasen und Insekten sammeln. Nur unsere Kaninchen haben die große Freiheit bei uns noch nicht genossen; wir haben Angst, dass sie sich nicht lebensfähig erweisen in der rauhen Natur.

Zu unseren lustigsten Daseinsbegleitern hier gehören natürlich auch unsere „Hausdrachen”, die Hunde. Lidi und Morzsi, verstärkt duch Lidis putzigen Sohn, haben es mit überschwenglicher Freude vernommen, dass ihre Herrchen wieder zurückgekehrt sind; Ortrun aus dem „Arbeitslager” in Ratingen und Lászl aus den Krankenhäusern in Wuppertal und Hagen. Das Erstere braucht wohl kaum kommentiert zu werden, denn es war bekannt, dass Ortruns Zweijhresvertrag Ende Oktober zu Ende gehen wird. Laszlo kam unerwartet nach Deutschland zum Kurieren der Folgen seines Sturzes von Hullams Rücken. Die anfänglichen Hoffnungen auf Heilung ohne Eingriff wurden von der rauhen Realität mit Operation, Rehabilitation, Korsett tragen und vorläufigem Verzicht auf das geliebte „Glück auf dem Rücken der Pferde” abgelöst. Nachdem er drei Monate das Krankenhausbett gehütet hatte, kam er Mitte Juni wieder in Kendli an und führte hier das zum Sparprogramm zusammengeschrupfte Vorhabenspaket Kendli weiter. Mittlerweile ist er „beschwerdearm” und kann alle leichteren Tätigkeiten verrichten, wie Denken, Schreiben, Telefonieren, Autofahren, Brennholz hereinholen und auch Planen. Seit dem letzten Herbst hat er für seinen Geburtsort und für unsere Gemeinde hier jeweils Planungen für die Gemeine Kisrecse, entwickelt.

Aber auch diese Tätigkeiten muss er in Kürze wieder lassen, denn er wird sich am 24.01. wieder in ein Krankenhaus legen müssen, um sich einer Bypassoperation zu unterziehen. Diese wird im Herzzentrum in Zalaegerzeg hier in Ungarn vorgenommen. Wir hoffen auf seelischen Beistand auch Eurerseits, zusätzlich zu seinem starken Willen und seiner Stehaufmännchen-Mentalität.

Ortrunist wieder an ihrem Platz hier und hat auch schon wieder ein wunderschönes Bild gemalt, Weihnachtsplätzchen gebacken, Laszlo beim Planen unterstützt und einen schönen Weihnachtsbaum mit ungarischem „Szaloncukor” geschmückt. Es war schön zu erfahren, dass sie hier genauso herzlich ampfangen, wie sie in Ratingen verabschiedet wurde. Nicht nur Laszlo freut sich, dass sie wieder hier ist, sondern auch Nachbarn und Verwandte und nicht zuletzt auch ihre Tiere.

Die Feiertage haben wir, wie auch früher schon, bei der Familie von Laszlo in Sekesfehervar verbracht, wo auch seine Mutter noch mitfeiern konnte. Zuvor besuchten wir einige sehr schöne Konzerte in Nagykanizsa, eines sogar mit den Eltern von Ortrun, die Anfang November bei uns hier zu Besuch waren. Zuletzt waren wir im Neujahreskonzert der Symphoniker von Nagykanizsa; sie spielten profihaft Werke von Strauß. Auch unser Haus in Szigliget am Plattensee haben wir für zwei Tage aufgesucht, um festzustellen, dass es immer noch zauberhaft dort ist.

Trotz unserer Handicaps hatten wir eine erfolgreiche Saison letztes Jahr. Wieder waren viele von Euch hier, dazu auch einige „neue” Gäste; wir lernten bei dieser Gelegenheit viele nette Menschen kennen, deren Freunde wir vielleicht auch werden konnten. Unvergesslich bleiben unsere Kutschfahrten in die Weinberge, zum Fersehturm oder auch nur „um die Ecke”. Ab Frühsommer werden wir schon mit eigenem Gefährt fahren können.

Ab Saisonbeginn im Frühjahr müsste auch unser „Bauernhofmuseum” stehen und auch Ortruns Galerie müsste bis dahin eingeweiht sein. Wir hoffen, dass bald auch das vPony und Esel unseren Hof erreicht haben werden und vor allem, dass wir viele von Euch hier mit einem Glas selbstgekelterten Weins begrüßen können. Einige aus Euerem Kreis haben sich bereits angesagt, so Laszlos Uni-Kollegen aus Weihnstephan, Laszlos Tochter Michaela aus Dinkelsbühl mit ihren, nunmehr zwei Töchtern und Freundin, sowie einige bereits wiederkehrende Kendli- und Szigliget- Enthusiasten.

Für Anfang April steht auch wieder ein besuch unsererseits in Deutschland an. Zeit werden wir jedoch nur wenig mitbringen können, melden uns aber rechtzeitig, wenn wenn unser Weg gerade über Eueren „Rasen” führen sollte.

Nun möchten wir uns bedanken, bedanken und bedanken für alles, was wir seit dem letzten Rundbrief von Euch als Lebenszeichen, Glückwünsche, Zuneigung, Beistand und Hilfe erfuhren, vor allem aber für die schönen Minuten / Stunden, die wir hier in Kendli, im Brauhaus Wuppertal oder aber bei persönlichen Begegnungen, insbesondere während Ortruns „Verbannung” erfahren. Vielen herzlich Dank auch für die vielen Besuche, Mitbringsel und Genesungswünsche anlässlich Laszlos Krankenhausaufenthalte und auch für den „Berg” von Weihnachts- und Neujahrspost mit den vielen guten Wünschen, die wir hiermit herzlich möchten. Alles, alles Gute, Gesundheit, Glück, Erfolg und Zufriedenheit im neuen Jahrtausend!

Herzlichst Eure

Ortrun und Laszlo