Nostalgie Ferien Bauernhof Czinki

Romantischer Ferien Bauernhof im Landschaftspark Pannonhát, Nähe Plattensee, West-Ungarn

Ortrun und László Czinki, H 8756 Kisrécse Kendli (Sándormajor) Ungarn
Tel.: 0036 93 371 471; 0036 20 553 8012; e-mail: czinki@ferienhofczinki.hu; Facebook

Ein Bauernhof für ganz tolle Ferien auf einem der schönsten Ferienhöfe in Europa

Seit 1997 mehrere tausend zufriedene und meist wiederkehrende Familien und Gäste

Rundbrief Nr. 3, Februar 1999

Liebe Freunde, liebe gute Bekannte,

alle Jahre wieder kommt der Brief aus Kendli, wenn´s diesmal auch nicht ganz pünktlich zum Jahreswechsel. Von Einigen von Euch wurde er bereits angemahnt, von Anderen lediglich vorsichtig nachgefragt: Wann kommt denn euer Jahresbericht endlich? Jahresbericht?, was soll man denn schon schreiben können, denn der Alltag hier ist so alltäglich geworden, dass es uns gar nicht mehr auffällt, was um uns herum passiert. Es kommen z.B. Tiere neu und dann werden sie wieder weniger, weil sie entweder eingehen oder von anderen gefressen werden, oder weil sie in der Bratpfanne landen.Solche Selbstverständlichkeiten des ungarischen Bauerndaseins fließen einem dazu auch noch nur schwer aus der Feder; die trügerische Wohlstandsmentalität: „das Fleisch kommt aus dem Supermarkt” sitzt einem immer noch tief im Bewusstsein.

Zunächst einmal vielen, herzilchen Dank für den „Berg” von Weihnachts- und Neujahrspost und für die guten Wünsche. Es ist schön zu wissen, dass Zeit und Kilometer nicht zum Vergessen beitragen müssen. Noch mehr Dank an alle, die es sogar geschafft haben, bei uns die Tür aufzustoßen, um uns mit ihrer Anwesenheit unverhessliche Stunden und Tage zu schenken. Das Wort „uns” kommt jedoch nur stolprig über die Lippen, denn Ortrun vernahm es, wenn` s hier an die Tür klopfte, meist nur nachträglich übers Telefon; sie sie war das ganze Jahr über in Ratingen und kam nur urlaubshalber, etwa alle acht Wochen für eine Woche, hier vorbei. Zwischenzeitlich hat sie aber schon 15 ihrer 24 (Straf-)Monate um und somit schimmert schon etwas Licht am Ende des Tunnels. Wir wollen darüber nicht philosophieren, wer von uns beiden sich mehr über ihre Rückkehr freut. Bis dahin heißt es aber noch “Durchhalten”. Ortrun ringt dabei mehr mit dem Alleinsein und László mit er Kälte (Holzheizung!), mit er Bürokratie (schlimmer als in D.), dem Hunger der Tiere an die 50 Mäuler) und der Eintönigkeit des Strohwitwerdaseins, das doch hin und wieder von markanten Erlebnissen, wie auch am letzten Sonntag bei dem traditionsträchtigen “Federnzupfabend” im Nachbardorf, unterbrochen wird.

1998 war, trotz mancher Rückschläge, ein gutes Jahr. Lázslós Gesundheit stabilisierte sich, Gott sei Dank, und wir konnte unser Vorjahresergebnis in Sachen Gästebewirtung leicht verbessern. Unsere Gästehäuser waren in er Hauptsaisonsowohl in Szigliget am Plattensee als auch hier in Kendli gut ausgebucht. Besondere Freude war es für uns auch einige unserer atbekannten Gäste wiederzusehen und wir durften auch “Neue” kennen und mögen lernen. Leider konnte Ortrun nur selten dabei sein, wenn wir gemeinsam per Pferd oder Pferdekutsche die benachbarten Weinberge unsicher machten, Lászlós alte Heimat besuchten, Pilze suchten aber keine fanden, grillten, backten, mit Pfeil und Bogen schossenoder nur ein Glas von selbstabgefülltem Wein tranken. Dieses Jahr wird es schon der eigene Wein sein, den wir mit unseren Gästen trinken werden; er reift in unserem Kelterhaus (pince) bereits wohlbehütet heran. Er wird ein “mannstarker”, trockener Landwein werden; wir hoffen, wir können ihn auch mit Euch mal gemeinsam genießen.

Von besonderer familiärer war der erste Besuch von Lászlós Enkelkind Cornelia hier mit Mutter Michaela, die nach ihrem Mutterschaftsurlaub zwischenzeitlich wieder als Internistin arbeitet und Vater Michael, der zu seiner alten Wirkungsstätte, dem Krankenhaus in Dinkelsbühl, wieder zurückkehrte. Cornelia konnte auch schon den Stall besichtigen, wo künftig ihr versprochenes Pony stehen wird. Auch Lászlós Sohn Alexander schaute hier rein, einmal als er unterwegs zu einem Vortrag in Bled in Slowenien war und einmal zum Jahreswechsel nur so. Wir hatten herrliche Ritte zusammen und verkosteten manchen Tropfen unseres bekömmlichen Weines. Dann kam der wiederaufgelegte Wochenritt mit Martina, Tom und Reiner im schweren, weil nassen, Gelände mit vielen Unwegsamkeiten, aber trotzdem spaßig und unvergesslich. Für Mutige, aber Reiterfahrene, sei gesagt, dass die diesjährige “Herbst-Marathon-Rundritt-Liste” noch nicht geschlossen ist (Termin: letzte Woche im September).

Auch die ersten, einheimischen Reitschüler / Reitgäste stellten sich inzwischenbereits ein und auch Schulklassen waren schon hier, um “Lászlós Nostalgiebauernhof” life zu erleben. Dazu fanden auch die Zeitungsschreiber von der einer Provinzzeitung sowie das Stadtfernsehn von Nagykanizsa den Weg hierher.Sie berichteten von einem abtrünnigen Landsmann dieser Gegend, der nach vierzig Jahren den Rückweg in seine alte Heimat wiedergefunden hatte und nun hier lebt, zwischen Pferden, Schafen, Ziegen, Schweinen, Kaninchen und Federvieh; welch eine Operettenromantik?!

Die bestagten Tiere vermehren sich inzwischen, zwar langsam aber stetig und ihr Bestand wir vielfältiger. So haben wir bereits verschiedene Gänse und Hühnerarten,außerdem ein Perlhun sowoe zwei Ziegen und einige Katzen zusätzlich zum alten Bestand (Hunde, Kaninchen, Enten, Schweine, Schafe und Pferde). Zwischenzeitlich gibt es zu den gewöhlichen Frühstückseiern auch Fleisch, Schmalz, Speck, Kartoffeln, Zwiebeln, Paprika, Marmelade, Honig und Schnaps aus eigener Produktion bzw. aus eigenen Rohstoffen. Aber auch auf der Verluste – Liste steht bereits Einiges, nämlich zwei Schafe, mehrere Hühner, Kaninchen, Enten, Perlhüner, der gesamte Truthahnbestand, etliche Sättel, Zaumzeug sowie elektrische Handwerksmaschinen. Die Gerätschaften gehen auf das Konteo ungebetener Gäste, die Tiere sind meist Opfer von wildernden Hunden (eigenen und fremden) oder von Rautieren (Marder etc.) geworden. Unterm sehen wir die Verlsute als Lehrgeld an, das wir als unerfahrene Neubürger und Naubauern zahlen mussten. Zwischenzeitlich haben wir eine ständige Aufsicht über Tier und Garätschaften durch unsere, am Hof wohnenden Mitarbeiter Pista und Annuska.

Am sichtbarsten zeigen sich natürlich unsere Pferde. Hajnal, das anderthalbjährige isabellfarbene Fohlen unserer Stute Hullám hat sich prächtig entwickelt und läuft immer noch mit, wenn wir ausreiten. Auch der freche Móricz, das latzjährige Kind von Hullám ist bereits eine eigene Persönlichkeit und bereitet uns nach wie vor viel Freude. Die beiden Fohlen zusammenveranstalten wilde Wettrennen während der Ausritte, offensichtlich ist das Tempo, das wir ihnen vorlegen, bei weitem nicht schnell genug. In etwa zwei Monaten wird uns auch Claudia mit ihrem ersten Nachwuchs hier bei uns – sie ist also schwanger – beehren, gefolgt von Hullám im Mai mit ihrer dritten geburt hier in Kendli.

Nachwuchs erwarten wir auch von unserer Ziege Zsófi, von einem unserer Mutterschweine, von de Kaninchen, dem Federvieh und, nicht zu hoffen, von unseren Hunden, denn wir haben schon genügend von ihnen. Letztes Jahr mussten wir bereits die beiden prächtigen Kinder von Lidi nach Österreich exportieren. Auf der Zuerwerbs- Wunschliste stehen die alten ungarische Tierrassen: Racka- Schaf, Mangalica- Schwein, Langhorn- Graurind, Schwarzer Truthahn, außerdem Pony und Esel. Mit den Vorbereitungen für den Zuwachs sind wir schon beschäftigt; wir legen neue Weidekoppeln an.

Sonstige Pläne für das vorletzte Jahr dieses Jahrtausends? In erster Linie soll Ortrun wieder zurück an den heimischen Herd, zu ihrem Mann, zum Bewirten unserer Gäste und zum Pflegen ihrer Tiere und des Gemüsegartens. Anfang Juni startet das erste (zweiwöchige) Kendli – Künstlercamp, auch mit Teilnehmern aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis aus Deutschland und wir werden wirder einen Wochen- Rundritt veranstalten im Herbst. Sonst gilt es unser Bauernhofmuseum weiter auszubauen und die Aufenthalts-, Betätigungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten für unsere Gäste weiter zu vervollständigen. In erster Linie denken wir an die Errichtung der Bauernstube, der Galerie, des Antiquariats und der Sammlungen, was letztes Jahr leider ausblieb, aber auch an den Umbau des Weinkellers zu einer Probierstube, die Verfeinerung der letztes Jahr erbeuten und überdachten Feuer- und Feierstelle (Dühöngö) mit Backofen, Grillstelle und Gulaschkessel sowie an die Restaurierung unserer Bauerngerätschaften und Landbewirtschaftungsmaschinen bis zum betriebsbereiten Zustand. Für die Unterbringung der Latzteren erstellen wir soeben ein Dach als Wetterschutz.

Beruflich hofft László dieses Jahr mit seiner Solartechnikentwicklung weiterzukommen und hin und wieder auch in seinem angestammten Beruf der Planung, zumindest beraterisch, noch tätig sein zu können. Schon vergangenes Jahr plante und baute er Gärten, restaurierte einen alten Weingarten und erarbeitete, zusammen mit zwei renomierten, ungarischen Instituten, eine Machbarkeitsstudie für ein Logistikzentrum hier in Nagykanizsa. Das deutsche Büro steht dagegen, nach Abwicklung der Restaufgaben, vor der Schließung. Dies ist schon auch deshalb notwendig, weil László ab dem 01. Februarin den vorgezogenen Ruhestand tritt und das Büro nicht mehr behalten darf. Für Ortrun sehen wir für die Zeit nach der Beendigung ihrer ebenso intresannten, wie auch erfolgreichen Tätigkeit beim Grünflächenamt der Stadt Ratingen einige lohnde Fachaufgaben hier, die es nun gilt zu konkretisieren und vorzubereiten.

Und nun wünschen wir Euch alles Gute für den Rest des Jahrtausends in der Hoffnug eines Wiedersehens hier in Kendli oder in Szigliget in alter Frische, bei guter Gesundheit und bei prächtiger Laune. Damit Ihr Euch zu einem Kommen leichter entscheiden könnt, geben wir die noch nicht belegten Zeiten unserer Gästehäuser, wie folgt bekannt:

Kisrécse – Kendli:
bis 08.05; 15.05. – 06.06.; 19.06. – 25.07.; 29.07. – 21.08.; 12.09. – 25.09. und ab dem 03.10. In den Häusern von Nachbarn ist eine Unterbringung zu fast allen Zeiten des Jahres noch möglich.

Szigliget:
bis 17.05.; 27.05. – 18.06. und ab dem 08.08.

Auf Wunsch senden wir gerne Farbprospekte über unsere Gästehäuser zu.

Das nebenstehende Foto mit Urlaubsgästen vor unserem Haus in Kendli ist eine Szene aus dem letztjährigen Betrieb hier und soll unseren Standort insbesondere denen näherbringen, die sich noch nicht haben entschließen können hierherzukommen oder denen das Benzin unterwegs ausgegangen war.

Mit lieben / freundlichen Grüßen

Euer Ortrun und László