Nostalgie Ferien Bauernhof Czinki

Romantischer Ferien Bauernhof im Landschaftspark Pannonhát, Nähe Plattensee, West-Ungarn

Ortrun und László Czinki, H 8756 Kisrécse Kendli (Sándormajor) Ungarn
Tel.: 0036 93 371 471; 0036 20 553 8012; e-mail: czinki@ferienhofczinki.hu; Facebook

Ein Bauernhof für ganz tolle Ferien auf einem der schönsten Ferienhöfe in Europa

Seit 1997 mehrere tausend zufriedene und meist wiederkehrende Familien und Gäste

Rundbrief Nr. 21, Rückblick auf 20 Jahre Leben in Ungarn; Weihnachten 2016 / Neujahr 2017

Liebe Freunde, Bekannte und Fans unseres Bauernhofes,

 

der Zwanzigste unserer jährlichen Rundbriefe an Euch verließ schon vor gut einem Jahr unser Haus hier, doch mit dem Einundzwanzigsten feiern wir jetzt erst den zwanzigsten Jahrestag unserer Übersiedlung aus Deutschland, dem Land der Sehnsucht und Verheißung hierher in die Provinz der Provinz und ausgerechnet auch noch in einen Ort, der auf der Landkarte nur schwer zu finden ist. Dieser Ort heißt Kendli (auch Kendlimajor oder Sándormajor) in der Gemeinde Kisrécse, einem Örtchen mit nur 180 Einwohnern im Südwesten Ungarns, zwischen der Kreisstadt Nagykanizsa und dem Thermal – und Heilbad Zalakaros, jeweils nur etwa 8 km entfernt.

Diese Übersiedlung über zwei, damals noch streng kontrollierte, Landesgrenzen hinweg, ereignete sich so ziemlich genau kurz vor Weihnachten, mitten in einem überharten Winter, bei Eis und Schnee und in der Erwartung eines halbfertigen, deshalb auch eiskalten Wohnhauses. Doch die Aussichten für die Zukunft schienen ungleich besser als unser Einstieg hier ausfiel, der Optimismus aus der Wendezeit hielt damals noch an und die Wirtschaft boomte.

In so einem Umfeld also erwarteten wir das erste Weihnachtsfest in der neuen Heimat, quasi Tag und Nacht arbeitend, um unser Heim einigermaßen bewohnbar zu bekommen. Dabei balancierten wir zwischen gewichtigen Umzugskisten, von denen einige heute noch nicht so richtig ausgepackt sind.

Und es kam, wie es kommen musste; die Strafe folgte auf den Fuß. Für Lászlós Einsatz für Zelte abbrechen in Deutschland, organisieren des Umzuges nach Kendli und für das Einschlagen neuer Pflöcke hier bedankte sich sein Schicksal mit einem ordentlichen Herzinfarkt schon wenige Wochen nach unserer Ankunft. Drei Jahre später kam auch noch ein Wirbelbruch infolge eines Reitunfalls dazu. Unsere Träume schienen verflogen, die neue Heimat zeigte sich nicht gerade von ihrer freundlichen Seite. Doch Schutzengel, Medizinkunst, Lászlós eiserner Wille und Ortruns selbstlose Fürsorge halfen uns schnell wieder in die Spur, dazu bereicherten uns die Ereignisse mit neuen Freunden, denen wir uns heute noch verbunden fühlen.

Das Glück wird einem also auch in Ungarn nicht geschenkt, wenn auch die hiesigen Uhren gemütlicher zu ticken scheinen als wir das aus dem hektischen Großstadtumfeld im Ruhrgebiet, von woher wir kommen, noch in Erinnerung haben. Andererseits mussten wir hier Vieles erst erarbeiten, was in Deutschland, nicht zuletzt aufgrund beruflicher und persönlicher Kontakte, als selbstverständlich gegeben war, wie z.B. kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe und Anderes mehr.

Zwischenzeitlich ist aber auch hier schon all dies auf ordentlichem Niveau. So z.B. halten uns die regelmäßig stattfindenden Volkstanz Veranstaltungen (Táncházak) in unserer Kreisstadt Nagykanizsa in Bewegung. Unter Anleitung und bei Life-Musik werden altungarische Tänze eingeübt und getanzt, abendfüllend und so weit die Kräfte reichen. Wir sind regelmäßige Besucher dieser Ereignisse und Ortrun brachte es sogar bis zur festen Mitgliedschaft in einer der Volkstanzgruppen und tritt mit ihr auch mal bei Festen und öffentlichen Veranstaltungen auf.

Auch sonstige Kulturtermine, wie z.B. Konzerte, Vernissagen und Wohltätigkeitsveranstaltungen schmücken unseren Terminkalender Jahr für Jahr. Hinzu kommen noch die eigenen Feste auf unserem Nostalgie-Bauernhof. Für das „große Publikum“ veranstalten wir jährlich am Pfingstmontag und Ende August je ein „Hoffest“ mit Weideauf- bzw. -abtrieb unserer Tiere auf der Dorfstrasse in Begleitung von Musikern, Tänzern, Sängern, Stelzenläufern, Kutschenfahrern u.a.m. Danach herrscht buntes Treiben auf dem Hof mit Bogenschießen, Tiere streicheln, Spielen, Töpfern, Pony reiten, Brot backen, leckeres Schmalzbrot verspeisen, guten Wein trinken, Glas formen und Anderem mehr. Dies alles wird begleitet von Gesangs-, Tanz – und Musikgruppen. Zum Ausklang gibt es Tombola, die regelmäßig auch die Verlosung eines Aquarellbildes von Ortrun einschließt und schließlich gibt es noch Táncház, wie es sich halt so gehört. Die diesjährigen Termine sind: 05.06. und 19.08.

Áhnlich bekannt und begehrt sind unsere wöchentlichen Flammkuchen / Pizza Back- und Musikabende im Sommer im Kreise unserer Feriengäste. Die musikalische Begleitung hierzu liefern unsere Musikerfreunde Ferenc auf Geige und Lajos auf Gitarre; ihr Repertoire reicht von ungarisch traditionell, über Schlager nostalgisch bis hin zur anspruchsvollen Weltklassik.

Auch das Erscheinungsbild unseres Ortes wandelte sich seit unseren Anfängen hier. Die eigenen Gebäude, also das Wohnhaus, die Ferienhäuser und die Wirtschaftsgebäude erhielten einen Antlitz, in dem das gepflegte Neue das traditionell Romantische organisch ergänzt. Auch die meisten unserer Nachbarn achten sorgfältiger als früher auf die Erscheinung ihrer Gebäude und Gärten und tragen damit zur Harmonie des Ortsbildes bei.

Unser Ort ist auch weltoffener geworden, wozu unsere Gäste aus aller Welt den Löwenanteil beigetragen haben, aber auch das benachbarte Künstlercamp mit teils
namhaften Künstlern aus Amerika über Europa, Afrika bis hin nach Fernost.

Auch unsere eigene künstlerische Präsenz gehört zur neueren Geschichte unseres Ortes. Ortruns Malerei ist von Anfang an fester Bestandteil der Kulturszene der Region und darüber hinaus. Ihre Ausstellungen und Beteiligungen an Ausstellungen in Nagykanizsa, Szigliget, Kisrécse, Kendlimajor, Nagyrécse, Miháld, Tamási, Békés, Lenti, Borsfa und Budapest in Ungarn, weiterhin in Wien, Salzburg, Neusiedl, Strebersdorf und Poysdorf in Österreich, in München und Mülheim an der Ruhr in Deutschland sowie in Dravograd und Kranjska Gora in Slowenien trugen den Ruf des Ortes weit über seine Grenzen hinaus und vermittelten den Geist des Schönen und Besonderen.

Und nun schon das dritte Jahr stellt Ortruns neue Galerie ihre Kunst und ihre Art Kunst zu machen in einem besonderem Rahmen einem breiten Interessentenkreis vor. Ihre Galerie ist für Jeden zugänglich und bietet damit auch die Möglichkeit zur Reflektierung des eigenen ich und zur mentalen Einkehr in einer wahrlich nicht immer von Sonnenschein verwöhnten Zeit.

Aber auch die spontanen Begegnungs- und Gesprächsmöglichkeiten auf unserem Hof nähren den Ruf des Besonderen, nicht nur im Dunstkreis unserer Fangemeinde, sondern auch darüber hinaus. Anlässe hierzu liefert das Weltgeschehen, die lokale und globale Politik fast verschwenderisch, wenn auch Lichtblicke auf Lösungen Mangelware blieben. Trotz alledem blieb unser Hof, mit dem Feierschuppen (Dühöngő) im Zentrum, eine Insel der Besonnenheit, Annäherung, Verständigung und Freundschaft. Viele dauerhafte Kontakte nahmen hier ihren Anfang, dem Geist des Ortes, den phantastischen Gästen und dem guten Wein sei Dank.

Es ergaben sich aber auch andere Gelegenheiten etwas Nützliches und Bleibendes zu tun. Hierzu gehören z.B. die Planung des Milleniumsdenkmals Csapi, des Milleniumparkes Újudvar, die Initiierung des Landschaftparkes Pannonhát, die Begleitung der Rekonstruktion der Burg von Szigliget und nicht zuletzt die Schaffung der Grundlage für die Bewegung „Grüne Kindergarten“ in Ungarn, die bereits über die Hälfte der Kindergärten des Landes integriert. So manches von dem umweltbewussten und nachhaltigen Handeln, was heute in der Erwachsenenwelt
bereits als selbstverständlich existiert, hat seine Wurzeln in den grünen Kindergärten.

Auch die Gründung und die Tätigkeit von Stiftungen und Verbänden sind mit unserem Hof verknüpft. László ist zusätzlich Autor mehrerer Entwicklungsstudien und Gutachten (Pannonhát Landschaftspark, Zukunft der ungarischen Provinz, Industriepark und Logistikzentrum Nagykanizsa u.a.m.). Für solche Engagements gab es auch Anerkennungen und Preise, örtliche, regionale, nationale und europäische. Kurz vor Weihnachten bekamen wir die Anerkennung „Mäzen des Jahres“ des Verbandes der zivilen Organisationen der Stadt Nagykanizsa. Es ist schön
helfen zu können.

Dies ist der Bericht, der unser Dasein in Ungarn in eine Nussschale zu zaubern versucht. Ein abwechslungsreiches und erfülltes Leben war es mit vielen tollen Begegnungen, einigen Reisen, wenigen Kranken- und vielen Arbeitstagen. In dieser Zeit ist unser Nostalgie Ferien Bauernhof für wirklich besondere Ferien entstanden mit an die 30 Betten, mit Tieren, Spielangeboten, interessanten Ausflugszielen mit dem Bauernhofmuseum und dem Seminar- und Wellnessbereich, Scheunentheater, Heuhotel, Weinkeller und Feierschuppen (Dühöngő). Unsere vielen wiederkehrenden Gäste liefern uns jedes Jahr die Vermutung dafür, dass wir irgendwie doch nahe an ihren Erwartungen lagen. Danke, dass wir Jahr für Jahr viele schöne gemeinsame Stunden miteinander verbringen konnten. Gleichzeitig danken wir auch denen aus unseren Reihen, die diese Zeilen schon nicht mehr lesen können, stellvertretend unserem Freund Barim. Ihm verdanken wir viele schöne, oft lustige, gemeinsame Stunden. Er konnte sein Vorhaben, noch einmal zu uns zu kommen, nicht mehr verwirklichen; er starb im letzten Frühjahr. Für uns leben alle, die von uns gegangen sind weiter, denn tot ist nur, wer vergessen wird.

Am Hof tat es sich 2016 nicht allzu viel. Es sind einige Hasen und Katzen und ein Hund (Dödi) mehr dort, dafür haben wir ein Pferd verloren. Im November schenkte uns Pepi, die Eselstute, das Hengstfohlen Gyuri (Djuri) und seit dem Frühjahr schon räumen vier Laufenten die spanischen Nacktschnecken in unseren Gärten ab. Unsere letzten sieben Hühner hat in einer einzigen Nacht der Fuchs geholt. Letztere entstehen im Frühjahr neu in unserem Brutkasten.

Zum Schluss bitten wir noch um Nachsicht angesichts der entsetzlichen Verspätung dieses Rundbriefes und versichern, dass weder Tinten- noch Papiermangel daran Schuld ist.

An alle diejenigen, die sich bereits ihre Ferien bei uns angemeldet haben sagen wir, dass wir ihrem Kommen mit viel Freunde entgegensehen. Andere könnten vielleicht Lust bekommen nach einem Einblick in unsere, immer noch nicht fertige hompage: www.ferienhofczinki.hu und in facebook, wo immer wieder Neuigkeiten über unseren Hof, seine Bewohner, Ortruns Kunst und Lászlós „Machenschaften“ auftauchen. Wer auch noch der ungarischen Sprache mächtig ist, oder bereit ist sich mit Übersetzungen von Google zufrieden zu geben, kann Lászlós jüngste literalischen Elaborate unter dem Link aufrufen:
www.hetedhethatar.hu/hethatar/?author=257

Ortruns neueste Austellung (gemeinsam mit der fantastischen Bildhauerin Judit Hagner) in der Burg von Sárvár kann unter:
https://sarvarikum.hu/fotoriport-czinki-ortrun-es-hagner-judit-kiallitasnyitojarol/
besucht werden.

Und nun wünschen wir alles, alles Gute für das laufende Jahr, viel Freude, Erfolg, Zufriedenheit, Gesundheit und ein baldiges Wiedersehen

 

Ortrun und László Czinki