Nostalgie Ferien Bauernhof Czinki

Romantischer Ferien Bauernhof im Landschaftspark Pannonhát, Nähe Plattensee, West-Ungarn

Ortrun und László Czinki, H 8756 Kisrécse Kendli (Sándormajor) Ungarn
Tel.: 0036 93 371 471; 0036 20 553 8012; e-mail: czinki@ferienhofczinki.hu; Facebook

Ein Bauernhof für ganz tolle Ferien auf einem der schönsten Ferienhöfe in Europa

Seit 1997 mehrere tausend zufriedene und meist wiederkehrende Familien und Gäste

Rundbrief Nr. 18; Weihnachten 2013 / Neujahr 2014

Wer schon mal ein wichtiges Ereignis, etwa einen Urlaub, nicht mit banalen Vokabeln aus der alltäglichen Sprüchekiste, wie etwa mit „Herzliche Grüße aus …” kundtun, sondern seine Lieben oder weniger Geliebten zu Hause mit etwas Authentischem, gar Gewitzigem überraschen wollte, kennt die Angst vor dem leeren Blatt zu Genüge; die Tinte erstarrt im Füller, als ob sie gerade jetzt eine alte Rechnung zu begleichen trachtete.

Heute ergeht es dem Schreiber dieser Zeilen ähnlich. Er sitzt mit nervös zitternden Fingern vor den Tasten des Gerätes, das seit Jahrzehnten schon nicht mehr Schreibmaschine, sondern Computer heißt, vor dem Apparat, der früher ohne Zögern die verschränktesten Wortkombinationen ohne Widerspruch meisterte. Doch jetzt, als es um den eiligen Jahresbericht 2013 geht, verweigert er stur die Mittäterschaft. Hat er etwa gerade erfahren, daß Nachtschichten und Feiertagsarbeit nicht automatisch zu seinem vertraglichen Leistungsspektrum gehören? Hinderlich erweisen sich auch seine, nur wenig durchschaubaren Tasten, die weder nebeneinnander noch untereinander einen Sinn ergeben wollen. Dann aber entweicht der Geist aus der Flasche und die wild herumschwärmenden Geschichten und Geschichtchen erzwingen doch noch den ersten Anschlag und von nun an entsteht, Zeile für Zeile, der neue Rundbrief, der nun der 18. werden soll.

Das neue Jahr 2013 begann, wie auch das alte 2012 endete. Wir sind noch reichlich müde von den Strapazen der vergangenen Monate, schwer schwanger vom Silvestermahl und auch etwas genervt von der monoton krachenden Lokalmusik. Nach verklungener Nationalhymne zu Mitternacht stürzen wir uns auf den Linseneintopf mit reichlich Schweinefleisch, denn Linsen bringen Geld, Reichtum und Ansehen und das Schwein wühlt das Glück zusammen; entgegen z.B. einem Huhn, das es in alle Himmelsrichtungen wegscharrt; dies alles will uns ein altungarischer Aberglaube glauben lassen. Die mitternächtliche Tombola bringt, neben manchem Kleinkram, den Hauptgewinn ein, ein komplettes Navigationsgerät für das Auto unserer mitfeiernden Nachbarin Helga. Das Ding sollte uns wohl den Heimweg weisen; gebraucht wurde es aber nicht, unser Taxi hatte schon Eines.

Der Winter war zunächst mal eher harmlos und wir waren gespannt auf den „Bär”, der am 02.02. aus seiner Höhle kommen und uns erkennen lassen sollte, wie es mit dem Wetter denn weitergeht. Der Bär kam, sah seinen Schatten und verzog sich wieder in seine dunkle Unterwelt. Es war somit klar, daß wir an Kälte und Schnee noch Einiges zu erwarten haben und so konnte László seinen Sechsundsiebzigsten sogar auf Langlaufskiern im tiefverschneiten Kendli feiern. Ein zweiter Winterschub im Frühjahr bestätigte die Vorahnung des Bären; wir mussten unsere Ostereier im knietiefen Frühjahresschnee suchen und herausbuddeln. Und nicht nur Eier fanden wir im Schnee, sondern auch Zsuzsika, das Lämmchen, das in der Nacht auf den 13.02. im Schneesturm das Licht dieser Welt erblickte. Dank Miklós Fürsorge wurde aus ihr aber ein prächtiges Schaf.

Trotz Kälte, Eis und Schnee erlebten wir Ende Januar den Besuch von Hans, Lászlós Kollegen aus Essener Zeit, der mit seiner lieben Frau Heidi endlich den Weg zu uns fand und uns nicht nur mit seiner Anwesenheit beehrte, sondern auch einen weiteren (Jagd-)Besuch ankündigte, der mit Sohn Leif im Mai auch stattfand und mit zwei Rehbock-Abschüssen endete. Auch sein dritter Besuch ist fällig, denn die Trophäen warten noch aufs Abholen. Dazu steht im kommenden Sommer die 25. Jubiläumfeier ihrer Hochzeit an, wofür unser Kendli einen hervorragenden Austragungsort abgeben könnte. Danke, Heidi und Hans, auch wenn Euer Besuch lange hat auf sich warten lassen. Wir plauderten, auch mal schmunzeld, über alte Zeiten und über lustige und kuriose Erlebnisse entlang gemeinsamer Aufenthalte und Projekte in Brasilien, USA, Brüssel und sonstwo.

Auch Gerd, der Dritte im Bunde kam im Herbst mit Frau Christa und brachte Seeluft von der Waterkant

mit. Beide bescherten uns viel Zeit und Interesse an unserem Tun, brachten Hanseatisches mit zum Verkosten und zum Lesen und spielten Transporteure beim Traktorkauf und beim Verfrachten von Ortrun

zu ihrer Symposiumsstätte in Drawograd in Slowenien. Wir danken Euch für Euren Besuch; die Gespräche mit Euch waren sehr anregend, das Zusammensein ein besonderes Erlebnis; manchmal auch spannend, wie z.B. bei der unerwarteten nächtlichen Alkoholkontrolle; kommt bitte bald wieder.

Erlebnisreich und interessant war auch der Ferienaufenthalt von Beate, einer Kommilitonin von Ortrun, Studentin von László und dazu auch noch verflossene Mitarbeiterin in unserem Planungsbüro in Essen. Sie kam, brachte Ehemann und zwei lebhafte Kinder mit, lachte ergötzlich -wie immer schon- und erzählte Schwänke aus gemeinsamen Zeiten, von wilden Exkursionen und von Höhen und Tiefen diverser Projekte. Danke Beate, Dirk, Max und Hanne, Ihr wart prima Mitbewohner unseres Hofes und Mitmacher unserer Aktivitäten und bitte vergesst nicht wiederzukommen.

Die Liste derer, die uns mit ihrem Besuch erfreuten, ist lang und erfreulicherweise kommen jährlich weitere Namen hinzu. Wir sind mächtig stolz auf unsere Gäste und wir bedanken uns für ihr Kommen sehr herzlich; auch bei denen, die verstädlicherweise hier nicht alle einzeln genannt werden können. Viele Wiederkehrer sind unter ihnen, Manche waren schon zehn-, fünfzehn und mehr male hier, wie z.B. Judith, Adi, Uli, Katrin, Uwe, Sonja, Johanna und Hans, aber auch unsere Anverwandten Claudia, Ekki, Michaela, Michael, Cornelia, Julianne, Tina, Alexander, Timea und Simon. Es war super, daß ihr hier wart und Danke für Eure Mithilfe bei der Gästebetreuung, beim Möbeltransport und natürlich auch und insbesondere für die Einradvorführungen von Cornelia und Juliane.

Im Sommer sind Kinder fester Bestandteil unserer „Großfamilie” hier in Kendli; für sie versuchen wir jährlich etwas Neues zu bieten. So bekamen sie letztes Jahr z.B.einen, von Lászlós Tochter Michaela gestifteten Kicker, und eine verrückte Trommel, die vom Sohn Alexander mitgebracht wurde. Beide Neulinge fanden großen Anklang, nichtzuletzt bei unseren halbwüchsigen Gästen. Wir freuen uns aber auch über Gäste, die weder kickern noch trommeln, sondern nur unter uns sein wollen, mal zuschauend, mal zuhöhrend, oder einen knackigen Witz erzählend.

Auch in 2014 wird es einen bunten Strauß an Möglichkeiten zum Zuschauen, Zuhören und Mitmachen geben. Zu Pfingsten, am 08.06., werden wir die Saison mit unserem traditionellem Hoffest „Pfingsteln” eröffnen und am 24.08. verabschieden wir den Sommer, ebenfalls mit einem Hoffest jeweils mit reichem Programm. Dabei wird es zu Erleben und zum Mitmachen sein: ungarische Volksmusik und Volkstanz, kunsthandwerkliche Darbietungen und Betätigungen, Spielen, verschiedene Vorführungen, Wettbewerbe, Ponyreiten, Traktor- und Motorkarrenfahren, Tiere streicheln, Backen im Holzbackofen, Einradfahren etc. Zu Pfingsten wollen wir auch unser neuestes „Kind”, den Seminar-, Entspannungs- und Galerietrackt (SEG) zwischen den Ferienhäusern Veri und Kati einweihen mit Sekt, Musik und einer Ausstellung von Ortruns Bildern. Zwischen Pfingsteln und Sommerabschied wird es Musikabende an den Sonntagen, Backofenabende jeweils am Freitag und nach Bedarf Ausritte, Kutschenfahrten, Eisenbahnfahrten, geführte Wanderungen, Ponygänge sowie Reitunterricht geben, dazu können Mal-, Töpfer- und Glaskunstkurse (-beschäftigungen) belegt werden. Aber auch Trampolinsprigen, Tarzanschwingerfahren, Tischfussball- und Tischtennisspiele, Slacklinebalancieren, Bogen- und Luftgewehrschiessen, Rasenspiele, Musizieren, Plaudern, Weinverkosten und Vieles andere mehr wird es bei uns geben..

Bunt ist auch unsere Gästeschar. Unter ihnen gibt es auch mal Exoten, wie z.B. Zelter oder Heuhotel- bewohner; dazu auch Schatzsucher, wie Mathias aus dem hohen Norden, der mit seinem witzigen Gerät unseren Hof, nebst Koppel, Quadratmeter für Quadratmeter abgesucht und einen kleinen Berg an Kriegs- und Wohlstandsschrott wieder ans Tageslicht gefördert hat. Schätze waren wohl keine darunter, darauf kam es ihm wohl auch nicht so sehr an. Andere Gäste machten Entdeckungsfahrten nach Pécs, Budapest, zum Plattenee, aber auch zum Csibiter See, wo sie allerdings nicht alle ankamen; einige verfehlten den, zum See und zur Schlucht führenden Pfad.

Die Gefahr des Nichtfindens gab es bei den gemeinsamen Kutschenfahrten nicht; denn unsere klugen Kutschpferde würden den, oft über „Stock und Stein” führenden Weg zum jeweiligen Ziel auch ohne Kutscher finden, nach all den vielen Fahrten in den vergangenen 17 Jahren. Die meisten dieser Fahrten führten zum Salamon-Weinhaus auf dem Ádámhegy, wo uns stets die ungarische Gastfreundschaft pur

erwartete. Bei künftigen Ankünften hier wird es den immer freundlichen Hausherrn László leider nicht mehr geben; die Nachricht von seinem Tod kam, während diese Zeilen entstanden. Gott segne ihn, und wir danken ihm für die vielen schönen, gemeinsam verlebten Stunden auf seinem Weinberg. Helga, eine seiner „Verehrerinnen” schrieb spontan:

„Es wird traurig sein, wenn er nicht mehr am Weinberg auf die Kutsche wartet. Trotzdem wird er … im Geiste immer da sein”.

Nicht nur Salamon László ging von uns, auch Ortruns Künstlerkollegen Eva Mazzucco und Gergő Orosz sind nicht mehr unter uns. Wir vermissen sie, sie leben jedoch in unseren Erinnerungen und in ihren Werken am Hof und in unseren Gästehäusern weiter.

Was gab es sonst noch Interessantes und Neues?

Nicht neu, aber sehr interessant war das Konzert unserer Freundin, Jazzsängerin und -pianistin Tamara Mozes in unserer Musikscheune im Sommer (YouTube Kendli Major játék); wir sind sehr glücklich daß sie kam, trotz ihrer vielen Verpflichtungen im In- und Ausland. Aber auch die Entertainer Ferenc, József, Lajos, Miklós, die Volksliedsänger aus Ujudvar, die Zitherspieler aus Z.szentbalázs, Julia mit ihrer Mutter, die Dödöllefrauen aus Nagyrécse, die Volkstänzer aus Zalakomár, Bea die Töpferin, Maria die Glaskünstlerin, István der Scherenschnittzauberer, die Bojtár Band aus Nagykanizsa und viele Weitere kamen, zeigten ihre Künste, brachten Stimmung „in die Bude” oder backten Leckeres.

Neu war jedoch der Test einer zusätzlichen Eisenbahnspaßfahrtstrecke als Ergänzung zur bisherigen Fahrt in Kaszó. Es handelt sich dabei um die romantische, durch Wald und Wiesen führende Schmalspurbahn zwischen Kistolmács und Csömödér mit Bademöglichkeit am Kistolmácser See. Neu ist auch, daß wir beide Ziele künftig mit Charterbussen anfahren wollen; unsere, sonst zum Fahrzeuglenken verdammten Gäste werden uns dafür danken.

Der Tierbestand am Hof erlitt den Verlust von Cézár, unseren schönen, leider von jung an schon kranken Wallach; mit schwerem Herzen trennten wir uns von ihm. Dafür gab es Zuwächse an Küken, Truthähnen und Katzen, die sich aber leider fast alle wieder verabschiedet haben; infoge ungebetener Besuche von Räubern und verfehlter Notlandungen ins Revier unserer Hunde Pogi und Tina. Auch vom reichhaltigen Katzennachwuchs lebt nur noch Mimi (süß), das blinde Katzenmädchen, am Hof, andere haben uns ohne Abschied verlassen, wohl um anderswo eigene Reviere zu gründen. Unsere Hunde halten dagegen fest ihre Stellung und das am liebsten in der Nähe eines wärmenden Ofens. Pogi entwickelt sich zum Akrobaten, übt leidenschaftlich Kunststücke und Morzsi schickt sich an einen neuen Weltrekord in Hundelebensdauer aufzustellen; sie wird im Sommer 18 Jahre alt und ist von Klein an in unseren Diensten.

Ein weiteres Wesen bewohnt seit Weihnachten unser Heim mit, nämlich ein kesser Wolpertinger. Ein Prachtexemplar ist er, mitgebracht und hinterlassen von Helga, der Wolpertingerfängerin aus München. Bitte nicht weitererzählen, damit sie keine Probleme mit den Wolpertingerschutzbehörden dort bekommt, angesichts der illegalen Ausfuhr einer auf der bayerischen roten Liste stehenden und vom Aussterben bedrohten Wesensart. Unseren Gästen wird wärmstens empfohlen den Wolpi bei uns zu besichtigen, am Besten so gegen Mitternacht, nach dem Genuss einiger Viertele in unserem Weinkeller.

Bevor unser Papiervorrat zu Neige geht, soll auch noch der „anorganische” Teil unseres Bauerndaseins mit einigen Worten bedacht werden. So steht seit dem Herbst ein weiterer Oldtimer auf unserem Hof, nämlich ein Ford 4000 -Traktor des Geburtsjahres 1965. Er ist zwar (2 Jahre) jünger als die beiden

anderen, dafür aber größer und auch etwas stärker als diese. Der Neuling soll beim Holzhäxeln, Heumähen, Pflügen und bei sonstiger Schwerarbeit die Anderen ergänzen. Der gute Kerl macht schon

Spaß, aber auch Kummer, denn bei ihm ist Vieles anders als bei normalsterblichen Traktoren; er ist halt ein Engländer. Legst Du den ersten Gang ein, fährt er rückwärts und umgekehrt; Miklós ist schier am Verzweifeln.

Nicht nur der Traktor narrt uns, sondern auch ein Bauwerk, das uns seit September Tag und Nacht verfolgt. Die Rede ist vom Umbau des in die Jahre gekommenen Schuppens zwischen den Häusern Veri und Kati. Der Bau soll zusätzliche Entspannungsmöglichkeiten für unsere Gäste bieten, mittels einer Sauna und einem Massageraum; weiterhin soll ein kleiner Saal mit Galerie entstehen für Seminare und Ausstellungen für Jedermann. Von diesem neuen Angebot erhoffen wir bessere Auslastungszahlen, insbesondere außerhalb der Hauptsaisonzeiten. Auch ein paar Betten mehr bringt die Maßnahme im Haus Kati, wo eine zusätzliche kleine Wohnung im Dachgeschoß entsteht, so daß hier künftig auch größere, oder zwei befreundete Familien gemeinsam werden wohnen können.

Auch wir sind reiselustig und möchten hin und wieder mal weg. Nach Abstinenzen in den vergangenen Jahren war 2013 ein richtiges Reisejahr für uns. Endlich haben wir den Weg zu den Plitwitzer Seen in Kroatien geschafft und wir sind sehr angetan, trotz der Scharen von, voneinander kaum unterscheidbaren Japanern, Chinesen, Koreanern und von sonstwelchen Typen mit Kameras und bunten Sonnenschirmen. Überraschung war es auch, daß wir so schnell dort hinkamen, und daß das Gebiet so prächtig is; trotz der zeitlichen Náhe waren aber die gewáhlten zwei Tage für die Reise richtig. Wir empfehlen unseren Gästen eine Tages- oder Zweitagetour dorthin, während ihres Aufenthaltes bei uns.

Eine zweite Spritztour führte uns nach Fertőd- Eszterháza, zu einer der Glanzstätten der KuK- Monarchie und dort direkt zu den Esterházys, die über Jahrhunderte mitteleuropäische Geschichte schrieben. Dies taten sie auch in der Kultur; Haydn lebte und wirkte über Jahrzehnte im Schloß Esterházy. Wir waren geladen zur Übergabe des Cziráky- Margit-Preises an unseren Kollegen Prof. Dr. Dr. hc Mihály Mőcsényi für seine Verdienste bei der Erforschung der Geschichte des Schlosses und der Esterházys. Es war erhebend, vor uns bisher verborgene Anekdoten über die Fürstenfamilie direkt aus dem Mund der Fürstin Swetlana aufzuschnappen; das war Geschichte „aus erster Hand”.

Der Besuch im Schloß Fertőd war für uns auch Anlaß etwas Neusiedlersee-Luft zu schnuppern. Die Umrundung des Sees brachte uns zu Storchennestern, Schilfökotopen, Weingärten, aber auch nach St.Margareten, an den Ort, wo vor einem knappen Vierteljahrhundert ebenfalls Geschichte geschrieben wurde. Hier erfolgte im Sommer 1989 der erste und vielleich entscheidende Dolchstoß in den Pelz des Kommunismus. Hier schnitten mutige Politiker, begleitet von beherzten Mitbürgern den Stacheldraht zwischen West und Ost erstmalig durch. Damit fiel der „Eiserne Vorhang” und begann der Verfall des Ostblocks, was ja auch uns den Weg hierher nach Kendli ermöglicht hat. Der Neusiedler See selbst, den wir nicht nur visuell sondern auch kulinarisch genossen, weckte Erinnerungen in uns an verflossene Urlaube an seinen Ufern, aber auch an eine interessante und bemerkenswerte gemeinsame Exkursion einige Jahre vor der Öffnung der Grenzen.

Der dritte Ausflug hielt uns den Spiegel vor, wie auch wir uns prestigeträchtigen Zielen in der Ferne nachsehnen, obwohl wir solche ebenso direkt vor der Haustüre finden könnten. Gedacht ist hier an Budapest, eine Weltstadt mit Flair, die die zweitbeliebteste Stadt der Welt ist. Von uns aus ist Budapest mit dem Auto in weniger als zwei Stunden problemlos erreichbar, aber auch mit dem Direktbuss kommt man dorthin, dazu bietet die ungarische Eisenbahn Verbindungen an, den Charme und die Reisedauer von vor zweihundert Jahren inbegriffen. Wir fuhren mit dem Auto, transportierten Möbel für Verwandte vom László, löschten unseren Durst anschließend in einem Biergarten, anvertrauten unser Leben der betagten Budapester Metro und erblickten die gerade untergehende Sonne in einer flanierenden Menschenmenge direkt in der Innenstadt. Es ging dann über die Váci Gasse, den Vörösmarty Platz, die Donaupromenade und die Kettenbrücke zur Sikló (Standseilbahn) in Buda und mit dieser auf den Burgberg. Dabei erlebten wir das farbenfrohe Lichtspiel der eben untergehenden Sonne am Westhimmel, das so ziemlich alle Facetten des Lichtspektrums darbot. Nach Osten posierte sich das, mit Millionen von Lichtquellen beleuchtete, Donauufer wie die Kulisse eines monumentalen Melodrams, in dem die Donau die Milchstraße und die majestetisch über sie beugenden Brücken die Arme eines gigantischen Fabelwesens darboten. Am Tag darauf erkundeten wir Pest, den flachen Teil der Doppelstadt, schlenderten der Andrássy ut (Strasse), der Prachstrasse Budapests, entlang, fuhren mit der ersten Untergrundbahn des Kontinents, standen Pose vor den Helden am Heldenplatz und verschnauften im Népliget (Volkspark), bevor es wieder heimwärts ging. Und dies alles erlebten wir mit Adi, Claudia, Judith, Uli und Ekki zusammen; Danke Euch fürs Möbelschleppen und die treue Begleitung.

Und last, but not least, waren wir auch in Deutschland bei den Familien unserer Lieben in Kösching (Michaela, Lászlós Tochter), Aschaffenburg (Alexander, Lászlós Sohn), Deiningen bei Nördlingen (Margarete, Ortruns Freundin), Sipplingen am Bodensee (Paul, Ortruns Vater) und in Vierkirchen bei Dachau (Ekki, Ortruns Bruder). Ortrun leistete sich auch noch einen Kurztripp mit der Bahn von Aschaffenburg aus zu ihrer Tante Inge in Wuppertal. Für mehr reichte es leider nicht, die Tiere und unsere Baustelle in Kendli bliesen zum Rückzug.

Und was gab es Berichtenswertes sonst noch? Sicherlich Vieles, doch soll es hier bei den Themen Gesundheit, Wein und Politik bleiben. Die Gesundheit war dem Alter und den Umständen entprechend, der Wein gut genießbar und mit der Politik standen und stehen wir immer noch etwas auf Kriegsfuß, sie ist nur mit einem ordentlichen Schluck Wein überhaupt genießbar. Am 06.04. gibt es Parlamentswahlen hier; etwa danach entschiede sich, ob der neue Wein ein Jahrhundertwein sein wird und die Politik wieder genießbar. Beim Wein sind wir mehr zuversichtlich, bei der Politik aber eher hoffnungsvoll abwartend.

Zum Schluss noch eine gute und eine schlechte Nachricht. Das Schlechte ist, daß unsere hompage www.czinki-ferien-bauernhof.hu seit Wochen schon nicht mehr das tut, was sie eigentlich tun sollte, nämlich Gästen den Weg zu uns zu zeigen; sie ist im Internet förmlich abgetaucht. Wir hoffen aber, daß wir unsere, in der Entwicklung befindliche, neue Webseite www.bauernhofczinki.hu in den nächsten Tagen zur Startrampe bekommen werden um dann über sie unsere wichtigsten Gedanken der Welt wieder kundtun zu können. Es ist auch geplant eine zusätzliche Webseite einzurichten zu den Themen „Seminar, Entspannung, Galerie”, die Ortrun betreuen wird. Bitte künftig auch diese Möglichkeiten zu beachten. Zusätzlich gibt es Neues auch auf Facebook (László Czinki), wo auch Ortruns Malerei (Kunst von Ortrun) zu finden ist. Ortrun hat sich übrigens schon ganz schön in Richtung „Landschaft” entwickelt. Sie benutzt und genießt ihr neues Atelier und nimmt fleißig Symposien (Klagenfurt, Drawograd) mit.

Und nun die gute Nachricht.

Im letzten Frühjahr meldeten Medien, daß László eine europäische Ehrung erfahren soll für seine zukunftsweisende und vorbildliche Engagment für die Neuorientierung der Kindergartenerziehung in Ungarn. Es handelt sich dabei um Lászlós, zwischenzeitlich über ein Jahrzehnt währende, Arbeit für den Kindergarten (Óvoda) Attila in Nagykanizsa. Die hier unter seiner Mentorenschaft ausgearbeitete und eingeführte, auf umweltbewustes Verhalten und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete, zwischenzeitlich auch schon von zahlreichen weiteren Kindergärten übernommene Methode wurde am 25.06.2014 in Brüssel mit dem CSR Preis für zukunftsweisende und vorbildliche gesellschaftliche Verantwortung in einer großen Galaveranstaltung von der Europäischen Komission als „Taking responsibility for the good of future generations” gewürdigt. Lászlós Einsatz für künftige Generationen geht weiter; weiterhin werden also neugierige und lebhafte Kindergartenkinder auf unserem Hof zu sehen sein. (mehr zum Thema unter: CSR Követ Czinki).

Es bleibt uns nur noch Dank zu sagen für die vielen Grüße und guten Wünsche zu Weihnachten und zur Jahreswende, die wir hier, wenn auch spät, herzlich erwidern möchten. Alles, alles Gute wünschen wir im neuen Jahr, gute Gesundheit und ein Wiedersehen in Kendli; es gibt noch freie Plätze, wenn sie auch schon sichtlich dahinschmelzen und man kann auch in diesem Jahr bequem nach Kendli kommen mit dem Flieger von überall her über Budapest oder nach Héviz-Sármellék von Frankfurt, Düsseldorf, Berlin, Erfurt, Leipzig, Fridrichshafen und Basel aus.

Herzlich

Ortrun und László