Nostalgie Ferien Bauernhof Czinki

Romantischer Ferien Bauernhof im Landschaftspark Pannonhát, Nähe Plattensee, West-Ungarn

Ortrun und László Czinki, H 8756 Kisrécse Kendli (Sándormajor) Ungarn
Tel.: 0036 93 371 471; 0036 20 553 8012; e-mail: czinki@ferienhofczinki.hu; Facebook

Ein Bauernhof für ganz tolle Ferien auf einem der schönsten Ferienhöfe in Europa

Seit 1997 mehrere tausend zufriedene und meist wiederkehrende Familien und Gäste

Rundbrief Nr. 17, Neujahr 2013

Ortrun und László Czinki
H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24;
T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!Ortrun und László Czinki H 8756 Kisrécse – Kendli, Kossuth u. 24; T. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012

Rundbrief Nr. 17 ; Weihnachten 2012 / Neujahr 2013

Wenn Ihr diese Zeilen lest, könnt Ihr schon sicher sein den mayaischen Weltuntergang überlebt zu haben; herzlichen Glückwunsch. Hier in Ungarn haben wir den Untergang nicht so sehr befürchtet, denn hier treffen wichtige Ereignisse – bis auf Wirtschaftskrisen -, ähnlich wie auch in Mecklenburg, etwa 50 Jahre später ein als anderswo.

Der Weltuntergang traf uns also nicht, dafür bekamen wir bereits Ende November knirschenden Schnee und harten Frost und mit noch Schlimmerem rechnen wir, angesichts der Jahrhunderthitze und der noch nie dagewesenen Trockenheit im verflossenen Sommer; denn heißer Sommer, und eisiger Winter sind Zwillingsbrüder, sagt der schlaue ungarische Bauer.

Das Jahr 2012 begann, wie auch meistens, bei Freunden in der Neujahrsnacht, diesmal jedoch mit einer technischen Neuerung bezüglich Knallerei, nämlich mittels einer Patriotraketen-ähnlichen Serienabschußvorrichtung zur Muskelkrafteinsparung beim Zünden. Das Ding ist ein mehr als überzeugendes Beispiel für die friedliche Nutzung militärischer Technologie, oder? Na ja; zumindest trugen wir keine Blesseuren davon und verfehlte Einschläge gab es auch nicht.

Auch andere Neujahresaberglauben hinterließen bei uns kaum Spuren, so zum Beispiel bewahrte uns das Kräftesparen beim Raketenstart nicht vor tierischem Arbeiteinsatz in den nachfolgenden 365 Tagen. Auch das mitternächtliche Schweinsgericht – Schwein soll Geld zusammenwühlen- verhalf uns nicht zu Reichtümern; unser altes Auto vergaß zu metamorphieren zu einem Neuen und auch die Bankenpleiten konnten uns nicht groß schaden.

Der Winter 2012 war ungewöhnlich hart, der eisige Nordwind wehte uns Schneemassen um die Ohren und türmte bizzare Schneeplastiken hinterm Haus und vor der Einfahrt auf. Sie waren -frei nach Karl Valentin- sicherlich die schönsten der Welt, doch sie sind leider geschmolzen. Über weitere K. V. Sprüche könnt Ihr im Übrigen im Museum mit dem selben Namen im Isartor im bayerischen München schmunzeln; bitte unbedingt hingehen und Kleingeld mitnehmen, zwengst Eintritt von 43 Cent (?), genau abgezählt, denn es gibt kein Rückgeld. Ist Euch das Isartor zu weit, könnt Ihr Euch eine seiner Weisheiten (Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut) auch bei uns einprägen in unserem Gemeinschaftraum, wo wir auch den „Wolpertinger” aufbewahren, den unsere Freudin Helga aus München beim Wedeln in den Alpen persönlich eingefangen haben will.

Einen Wolpertinger (ungarischigen) hätte auch László stellen können, anlässlich seiner Heizerei im letzten Winter. Er zick-zackte nämlich wochenlang zwischen mehreren Heizöfen, um Väterchen Frost vor der Tür zu halten. Daraufhin beschloß der Familienrat dieser Zeitverschwendung ein Ende zu setzen. Gesagt – getan; nach Verschwinden der letzten Schneereste begann eine rege Bautätigkeit an der Nordflanke unseres Wohnhauses und fleißige Meisterhände kreierten dabei einen Raum, der nicht nur eine Werkstatt für László und ein kleines Atelier für Ortrun aufnahm, sondern auch Platz für unser Auto, für die -vor Jahresfrist beschaffte- Bandsäge und vor allem für die langersehnte Holzhackschnitzel-Heizungsanlage bot. Letztere, zusammen mit einer Zweiten für die Häuser Veri, Kati und Juli, reduzierte die Zahl der hungrigen Feuermäuler deutlich, brachte aber auch unerwarteten Lernbedarf und manche Anlaufprobleme. Immerhin erreichten wir mit Hilfe der neuen Technologie und einer Fernleitung zwischen den Häusern Veri und Juli eine Reduzierung der Belastung unserer Umwelt und schafften ein, wenn auch kleines, Vorbild in unserer nicht gerade innovationsgesegneten Region.

Die Bauerei band unsere Kräfte und Mittel voll, so daß weitere „Heldentaten” ausbleiben mussten. Lediglich Reperaturen, kleinere Erweiterungen und notwendige Anpassungen konnten noch getätigt werden, dazu musste das Hackschitzelgut selbst erzeugt werden, aus Holzabfällen aller Art, meist aus dem Wald, den Gärten und vom Weinberg. Auch Nachbarn boten uns ihre Abfälle an; sie sparten damit das lästige und umweltbelastende Verbrennen unter freiem Himmel. Unsere Holzhackaktionen bescherten uns eine Bevorratung an Heizmaterial, die bis in den nächsten Winter reichen dürfte.

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Trotz dieses offenkundigen Erfolges ist László nicht ganz zufrieden. Er sah die Lösung unseres Heizproblems eher in einer Gemeinschaftsanlage für das ganze Dorf. Ein solches Werk hätte Komfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz noch wirkungsvoller erzielen lassen, als die nun entstandenen Insellösungen und es hätte auch zum Vorteil anderer Mitbewohner gereicht. Dies aber klappte aus vielfältigen Gründen nicht; na, vielleicht schafft es die nächste Generation.

Soche Sorgen vernahmen unsere Gäste freilich kaum, denn die Meisten von ihnen waren im Sommer hier, wo es genügend Nachschub an Wärme gab. Für sie war eher Abkühlung, sprich Badegelegenheiten, wichtig, wobei das Rennen wieder einmal der Plattensee (Balaton) für sich entschied, begünstigt auch durch die Autobahn, die die Fahrtzeit zwischen der Haustür und dem wohltuenden Nass auf etwa eine halbe Stunde reduzierte. Den zweiten Platz belegte sicherlich das nur etwa 8 km entfernte Heil-, Thermal- und Freibad Zalakaros, das mit seinem neugeschaffenen Kinderbadeparadies etwas Unwiderstehliches geschaffen hat. Im kommenden Sommer erschließen wir -in Kooperation mit einem Gastwirtpartner- eine weitere Bademöglichkeit, nämlich diese am, inmitten von Wiesen und Wäldern wunderschön gelegenen, Kistolmácser See. Hier werden sich unsere Gäste an Bade-, Bootfahr-und Wandermöglichkeiten erfreuen können, neben feuerigen ungarischen Hirtenspeisen vom offenen Feuer.

Auch andere Ergänzungen unseres, bisher schon sehr breiten, Angebotes planen wir. Neben den traditionellen Kutschen- und Eisenbahnfahrten soll es künftig auch einen Postkutschenausflug zu einem Spaß- und Schlemmergala an einem Gutshofmuseum, etwa 10 km von uns entfernt geben. Eine echte Postkutsche, womit auch Goethe gereist sein könnte, wird an unserem Hof vorfahren und unsere Gäste für einen ganzen Tag voller Überraschungen entführen.

Eine weitere Attraktion soll eine Schlauchbootfahrt (Raftingtour) auf der Mur, dem Grenzfluß zu Kroatien, werden. Einen ganzen Tag sind wir in Begleitung eines Bootsführers auf der weitgehend natürlich gebliebenen Mur unterwegs im Nationalpark Drau-Donau, Baden und Picknicken eingeschlossen. Interessenten mögen ihr Mitmachansinnen frühzeitig kundtun, damit wir für sie reservieren können.

Last not but not least, planen wir die Beteiligung an einer Elektrofahrrad (E-bike)-Rundtour um den Kisbalaton (Kleiner Plattensee), wobei wir eine der insgesamt fünf Rast- und Versorgungsbasen stellen würden; Gutshofmuseum, Tierstreichelhof, Naturkundliches Museum und eine Weinkellerei sollen die Anderen werden. Auch dieses Angebot verspricht ein unvergessliches Erlebnis im Bann des Natur- und Vogelreservates Kisbalaton.

Auch auf unserem Hof selbst erweitert sich das Angebot um eine Attraktion, nämlich um einen Kicker (Tischfußball), Dank der Spende der Familie von Lászlós Tochter Michaela und ergänzt die bereits lange Liste bisheriger Attraktionen, wie: Trampolin, Tischtennis, Tarzanseilbahn, Rasenspiele, Tiere streicheln, Bogenschießen, Luftgewehrschießen, Kutschenfahren, Eisenbahnfahrt, Traktor- und Motorkarrenfahren, Zaubern, Musizieren, Backofenabende, Töpfern, Glaskunst, Holzschnitzen, Lesen (Hofbibliothek), Hoffeste, Musikabende, Ponygänge, Ausritte, geführte Wanderungen, Reitunterricht, Aquarellmalen, Wein- und Schnapsverkostung, Mitmachen bei Hofarbeiten, Schlafen im Heu, Massage, Fahrradverleih und Anderes mehr.

Dies alles findet man an einem Bauernhof?, wird oft gefragt. Auch uns fällt es mal schwer dies zu glauben. Hier sei Dank gesagt den vielen fleißigen Händen und den engagierten Partnern, die das alles ermöglichten. In all den Jahren entstand ein Geflecht an Zusammenarbeit, das vielen Menschen bereits wertvolles Zubrot bietet. Dank auch unseren Gäste, die das eigentlich tragen.

Welche Angebote aber könnten als die Besonderen herausstellt werden? Denn sie alle sind irgendwie

ansprechend, manche sogar originell. Zu den Beliebtesten zählten 2012 wohl: Trampolin springen, Seilbahn fahren, Bogenschießen, Töpfern, Ponygänge, Reiten und Schlafen im Heu. Übertroffen wurden

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aber auch sie von den Gruppentätigkeiten, wie Kutschenfahren zum Weinbergvesper oder Eisenbahnfahren am Balátasee im Naturschutzgebiet Kaszó, wo wir unter Anderem erfahren können woran man es erkennt, daß das Gebiet dort früher vom Meereswasser überdeckt war. Zu den Gemeinschaftsunternehmungen zählen auch die wöchentlichen Backofenabende, an denen unsere Gäste nicht nur ihre künstlerische Ader beim Pizzaschmücken entdecken, sondern auch das verlorene Gefühl, Teil einer Großfamilie zu sein, wiederfinden können. Und dann gab es noch die Spielnachmittage mit anschließenden Musikabenden an sommerlichen Sonntagen und die Hoffeste „Pfingsteln” am Pfingstsonntag und „Sommer ade” am letzten Augustsonntag mit jeweils Lifemusik, Tanz, Folklore, Auftritten von Chören, Musikgruppen, Handwerkern (Schmied, Töpfer, Glasbläser, Keramikbrenner, Holzschnitzer, Bäcker), Bogenkämpfern, Beilwerfern, Einradfahrern, Stelzenläufern etc.). Dazu gab es Flammkuchen und frisches Brot aus dem Backofen mit Mangalica- und Gänseschmalz, prächtigem Landwein aus unserem Weinkeller und viele, viele netten Gäste. Herausragende Hofereignisse waren auch der Ganztagsaufenthalt vom Damenclub Nagykanizsa mit über einhundert Teilnehmern und einer touristischen Fachdelegation aus Slowenien 35 Mann hoch. An den „grauen Alltagen” jedoch waren wir mit unseren Gästen unter uns, saßen zusammen im Dühöngő (Feierschuppen) bei Sodawasser, Apfelsaft, Wein und Schnaps, erzählten Geschichten, auch mal einen Witz und sinnierten über „Gott und die Welt”. Die Kinder hüpften dabei auf dem Trampolin, ließen sich schwungvoll herab auf der Seilbahn, zauberten im Scheunentheater, spielten Tischtennis oder wälzten sich im frischen Heu im Heuhotel.

Anfang August wurde auch für László seine Kindheit wieder lebendig. Er feierte mit Verwandten, Freunden, ehemaligen Nachbarn und Mitschülern Bucsu – eine Art Kirchweihfest- an seiner eigenen Geburtstätte in Kerülö, etwa 10 km von unserem Hof entfernt. Seit über zwanzig Jahren kommt dort eine eingeschworene Gemeinschaft zusammen um am Fuße des von seinem Großvater errichteten Steinkreuzes Dankbarkeit zu zollen, alten Zeiten zu gedenken, zu erzählen und Anderen zuzuhören. Das Kreuz, das als einziges Zeugnis vom Hof und von der dortigen Siedlung erhalten blieb, überdauerte den Weltkrieg, die Repressalien danach und alle Krisen von Staat und Gesellschaft acht Jahrzehnte lang und hält heute noch die Familie und die kleine Gemeinschaft eisern zusammen. Auch unsere Gäste kennen den Ort am Fernsehturm mit seiner abwechslungreichen Landschaft, den tiefen Schluchten und dem kleinen Waldsee, sie sind jeweils Ziele von Kutschen- oder Jeepfahrten und von geführten Wanderungen.

Mittelpunkt des Lebens im Sommer ist für uns und für unsere Gäste freilich der Hof, umgeben von Tradition, Nostalgie und vor allem von unseren Tieren. Die Hunde Tina und Pogi sind süchtig auf Gäste, begrüßen sie überschwenglich und vergessen dabei, daß sie eigentlich Hütehunde sind. Ehrgeizige Gästekinder haben Pogi mannigfaltige Kunststücke beigebracht, so springt er für ein Leckerli durch den Ring, wälzt sich auf Kommando und holt fortgeworfene Gegenstände brav wieder zurück, manchmal. Die Katzen dagegen halten sich mehr im Hintergrund auf und pflegen hundeüberwachte Strecken auf den Schultern des einen oder anderen Gastkindes sicher zu überwinden. Eine der kleinen Katzen, Bella hungaria, ist im Sommer Bundesbürgerin geworden in Berlin bei einer ganz lieben Gastfamilie.

Was aber machten die großen Tiere der Schöpfung, die Pferde Hullám, Helena und Cézär im letzten Jahr? Sie hatten ein Leben, wie „Gott in Ungarn”, Dank der diversen Reitställe um uns herum, die sie und uns bei Ausritten und Reitunterricht gewaltig entlasteten. Dafür aber hatten die Ponys Fanni, Fátyol, Shery und Max und die liebe Eselin Pepi über Strecken Dauerbetrieb;. Reitunterricht und geführte Spaziergänge in die Umgebung waren auf der Tagesordnung. Ponys und Esel waren aber auch begehrte Fotomotive mit den Kindern auf ihren Rücken, die stolze Väter verewigten bei ihren ersten Cowboy- Darbietungen auf einem leibhaftigen Vierbeiner. Hilfsbereite Gäste sowie unsere Freundinnen Judith und Jule und Lászlós Tochter Michaela mit ihren Töchtern Cornelia und Juliane assistierten dabei fleißig; herzlichen Dank dafür.

Auch den übrigen Tieren erging es prächtig auf unserem Hof, freilich mit Ausnahmen. Unsere Puten (Truthähne) verabschiedeten sich meist schon in den ersten Wochen ihres Lebens; traditionsgemäß, da sie nur sehr schwer „aus den Gröbsten” zu bringen sind. Die Letzte von ihnen, die es dann doch noch geschafft hatte, musste ihr wagemutiges Fliegen über den Zaun mit dem Leben bezahlen; ein Fuchs wird

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ihren weiteren Weg wohl gekreuzt haben; es blieben nur Federn zurück. Auch Hickel, unserem Racka, dem Zackelschaf, erging es nicht gerade gut beim Erklettern des winterlichen Heuvorrates. Es stürzte ab und überlebte das Abenteuer nur einen Tag. Viele von Euch werden jetzt wohl tief trauern. Immerhin aber bleiben uns noch zwei Schafe, nämlich Tökös II und ein Weibchen, das uns demnächt ein (oder zwei?) kleines Lämmchen bescheren wird. Den sonstigen Tieren erging es ebenfalls gut, einige der Kaninchen wechselten den Besitzer, zwengs Vermeidung von Inzucht, dafür haben wir jetzt andere, ebenso schöne Exemplare hier. Von einer weniger angenehmen Tiergattung, von den Wühlmäusen, hatten wir im vergangenen, trockenen Sommer viel zu viel; sie gingen an die Wurzeln vom Gemüse, Stauden, von Obstbäumen und Weinstöcken und richteten teils großen Schaden an.

Mäuse und Trockenheit bescherten uns eine sehr mäßige Weinernte; Qualität gut, Menge schlecht. Trotzdem wird es keinen Mangel an gutem Wein geben; teils haben wir schon vorgesogt sowie Optionen bei unseren gewohnten Zulieferen abgeschlossen. Und Schnaps wird es geben in reicher Auswahl; zwischenzeitlich beherbergt unser Keller an die 15 Sorten, darunter auch den diesjährigen vollmundigen Barackpálinka (Aprikosenschnaps). Auch diverse Marmeladen und Gelees aus Ortruns Produktion, sowie Eier von unseren Hühnern, Nüsse, Obst und Gemüse aus den Gärten, Honig vom Peter und viele schmackige Käsesorten von Mariann werden zur Verfügung stehen.

Und wie erging es denn uns selbst im alten, von der Wirtschaftkrise gebeutelten und auch landespolitisch turbulenten Jahr? Durchaus erträglich, gesundheitlich bedingte Blessuren (Lászlós Herz meldete sich wieder; Ortruns kleine Zehe bekam von der Shery einen greislich schmerzhaften Fußabdruck) und Stimmungstiefs wurden von guter Laune übertüncht; wir erfreuten uns am großen Zuspruch unserer Gäste, die nicht nur alle Rekorde brachen, sondern uns auch sehr viel Freude bereitet haben. 2012 hat Judith ihren eigenen Rekord übertroffen mit schon 20 Aufenthalten bei uns, Sonja, Hans und Johanna waren mit 28 Nächten bisher am längsten hier, Katrin und Uwe hatten die meisten Tierbegleiter. Auch medaillengeschmückte Sportler waren hier, nämlich die deutschen Meister (Cornelia, Juliane) und die Vizeweltmeisterin (Anna-Marie) im Einradfahren und wir hatten mit Ludwig den ersten Jäger bei uns, der aus Liebe zu unserem Land alles am Leben ließ, was ihm vor die Flinte kam. Im Herbst waren wir ein Wochenende in Slowenien, danach durften wir die reichhaltige (Kleinlaster voll) Kleiderspende von Elisabeth, einer lieben Gästin aus dem Sommer an Bedürftige weiterleiten; herzlicher Dank Elisabeth; Viele hier sind Dir sehr-sehr dankbar. Weiterhin besuchten wir Konzerte, tanzten auf Einladungsbällen, waren zu Weichnachten bei Lászlós Bruder Feri in Székesfehérvár und erfreuten uns über den Besuch seines Sohnes Alexander mit Frau Tine, Tochter Timea und Sohn Simon, die in den nächsten Wochen ein neu erworbenes Haus in Aschaffenburg beziehen werden. Auch Lászlós jüngere Tochter Eva, die Nationalökonomie an der Universitát Exeter in England lehrt, bekam ein eigenes Haus mitten in der Stadt. Ortruns Familie geht es ebenfalls gut; Neffe Fabian hat Abitur gemacht und hat gute Aussichten auf eine Ausbildungstelle. Freundin Margarete war mit Tochter Christa und deren Ehemann Andy hier. Auch Andere, die nicht mehr in diese Zeilen passten, waren ebenso liebe und willkommene Gäste, bei ihnen bedanken wir uns hier in cumolo sehr herzlich.

Auch Ortruns Kunst entwickelt sich; sie malt mittlerweile wunderschöne Landschaftsbilder, bald ist die kritische Menge für eine Ausstellung erreicht. Dieses Jahr hoffen wir unsere von Lászlós Kinder gespendete und lang geplante Plitwitzer-Seen Tour endlich antreten zu können. Wir werden außerdem am Pfingssonntag (19.05.) unser für alle offenes Pfingstfest haben und am 25. August das Sommeradé Fest. Spielnachmittage und Musikabende werden voraussichtlich am 26.05., 14.07., 28.07., 04.08., 11.08. und 18.08. stattfinden; jeder von Euch ist herzlich Willkommen. Näheres könnt Ihr jederzeitund immer wieder unter www.czinki-ferien-bauernhof.hu und über Facebook erfahren; wir sind auch über Scype erreichbar.

Überaschendes ereignete sich an Lászlós 75. Geburtstag am 09. 02.. Abends klingelte es und Bella verbellte zwei Gestalten in der Dunkelheit an der Gartentür. Auf die Frage, wer sie denn seien bekannten sie sich als Michaela und Alexander, Lászlós Kinder, die die weite Fahrt aus Deutschland auf schneebedeckten Straßen nicht scheuten um ihrem Vater eine unerwartete Freude zu machen; herzlichen Dank dafür an die Beiden.

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Und zum Schluß noch die wichtige Frage: was tun die vielbeschäftigten und auch vielgescholtenen Politiker? Wir hoffen, sie sind nicht gerade dabei, nach dem Gulaschkommunismus im vergangenen Jahrhundert, ihr zweites Husarenstück, nähmlich die Amokratie, eine Art Irrläuferherrschaft zu stricken. Zwar mussten bereits mehrere umstrittene Gesetze aufgrund des Votums des Verfassungsgerichtes wieder anulliert werden, doch fordert uns auch der verbleibende Rest nicht gerade zu Begeisterungshüpfern heraus.

Ansonsten lebt es sich hier sehr gut, es gibt Luft zum Atmen, Platz zum Ausweichen; es gibt noch erträgliche Preise, eine ansehnliche Stadt und Heil- und Thermalbäder in der Nähe, gutes Klima und beste Böden für Kraut und Rüben. Deshalb auch die folgende Mitteilung für potentielle Nachahmer:

1.) unser Nachbar schräg gegenüber, verkauft sein wunderschönes, ca 2500 qm (ca. 22x110m) großes, ebenes und gut gepflegtes Grundstück mit Gemüsegarten, vielen verschiedenen Obstbäumen und mit einem kleinen, vor einigen Jahren gebauten, Sommerhäuschen (Einraumwohnung mit Kochecke, Vorraum, Bad und Schuppen). Der Preis ist nach Vereinbarung, dürfte aber im Bereich eines Neuwagens liegen. Das Grundstück ist geeignet zum Halten von Tieren und an der Strassenfront ist auch noch Platz für ein eventuell neu zu bauendes Haus. Wer an diesem Objekt und an guter Nachbarschaft interessiert ist, melde sich bitte bei uns per mail oder telefonisch (Tel.. 0036 93 371 471; 0036 20 55 38 012).

2.) wir alle werden nicht jünger; viele sind schon im Rentenalter; andere kommen bald hinein. Wir denken deshalb an die Errichtung einer kleinen Wohnanlage für rüstige Senioren auf eigenem Gelände hier in unserer kleinen Ortschaft Kendli. Da es noch nichts steht, könnten die künftigen Miteigentümer / Mieter ihre eigenen Vorstellungen verwirklicht bekommen. Bei Interesse meldet Euch bitte bei uns; wir wollen einen Überblick über den möglichen Bedarf bekommen.

Nun wünschen wir Euch allen ein erfolgreiches, an positiven Ereignissen reiches, gesundes und auch mal besinnliches Neues Jahr. Für uns wünschen wir, daß wir möglichst viele von Euch hier begrüßen und wieder mal viele anregende Stunden miteinander verbringen können. Solltet Ihr Euch noch nicht gemeldet haben, bitte tut Ihr das bald, die guten Plätze werden so langsam rar.

Herzlich Ortrun und László

PS.: Während dieser Rundbrief Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile weiterwuchs, erschien auf dem Monitor der untere Text von unserem lieben Freund Gernot; uns machte er nachdenklich, auch deshalb leiten wir ihn mit Liebe weiter.

Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung.

Doch dieser Preis hat auch seine Regeln – wie eben jedes Spiel seine Regeln hat:

Die erste Regel wäre:

Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir am Abend wieder weg genommen. Du kannst das Geld nicht auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben.

Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,00 Euro für den kommenden Tag.

Zweite Regel:

Die Bank kann das Geld ohne Vorwarnung beenden und dir zu jeder Zeit sagen: “Es ist vorbei, das Spiel ist aus!” Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues Konto mehr.

Was würdest du tun?

Du würdest dir alles kaufen, was du möchtest, aber nicht nur für dich, sondern auch für alle Menschen, die du liebst! Richtig?

Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das Geld ja nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest… Richtig?

Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen.
Richtig?

Eigentlich ist dieses Spiel Realität!!!

Jede/r von uns hat so eine “magische” Bank. Wir sehen sie nur nicht.

Die magische Bank ist die ZEIT! Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt; aber wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben Was wir an diesem Tag nicht ausgegeben haben, ist für immer verloren! Gestern ist vergangen!

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen… ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden??? Sind sie nicht mehr wert als die gleiche Menge in Euro?

Genieße die Sekunden deines Lebens, denn die Zeit rinnt dir viel schneller davon, als du denkst. Also pass gut auf dich auf!!!