Nostalgie Ferien Bauernhof Czinki

Romantischer Ferien Bauernhof im Landschaftspark Pannonhát, Nähe Plattensee, West-Ungarn

Ortrun und László Czinki, H 8756 Kisrécse Kendli (Sándormajor) Ungarn
Tel.: 0036 93 371 471; 0036 20 553 8012; e-mail: czinki@ferienhofczinki.hu; Facebook

Ein Bauernhof für ganz tolle Ferien auf einem der schönsten Ferienhöfe in Europa

Seit 1997 mehrere tausend zufriedene und meist wiederkehrende Familien und Gäste

Rundbrief Nr. 14, Neujahr 2010

Liebe Freunde,

das Jahr 2009 begann – wie auch schon die Jahre zuvor – mit den Klängen der ungarischen Nationalhymne. „Gott beschere dem Ungar Fröhlichkeit und Überfluß …” heißt es dort; Erwartungen, die einem so richtig warm ums Herz werden lassen. Angesichts der über Nacht hereingebrochenen Wirtschaftskrise aber drohte eine leicht andere Zukunft; eine mit womöglich noch schlimmeren Überraschungen; die melancholisch-traurige Hymnen-Melodie erfuhr damit eine etwas andere Qualität.

Nun ist das Neue auch schon wieder das Alte und Ortrun und ich haben das alte Jahr -Gott sei Lob- ohne schlimmere Blessuren überstanden. Dabei half uns der tugendhafte Spruch,: „Helfe dir selbst, so hilft dir Gott auch ” kräftig über die Hürden, von denen wir hoffen, daß sie 2010 nicht noch höher liegen werden.

Die Krise selbst zeigte sich hier eher von ihrer erträglichen Seite. So fielen z.B. nicht einmal die traditionellen Faschingsbälle mit ihrem obligatorisch üppigen Mal aus; Essen, Trinken und Mulatság (Vegnügen) sind wohl das Letzte, was man sich hier nehmen läßt; „Vergnügt trauert der Ungar”, heißt es dazu treffend, eine sicherlich hilfreiche Einstellung zum Verschlafen allerlei Krisen.

Leicht zitterig sahen wir somit den Ferienplatzbuchungen bei uns entgegen, bevor wir von diversen Bauernhofenthusiasten wieder einmal entdeckt, oder nicht vergessen, wurden und diese dann unseren Buchungskalender auch ansehnlich füllten. Sie kamen auch schön fleißig und entpuppten sich erneut als beste Sorte kendlitauglicher Feriengäste. Ein bunt gemischtes Völkchen war es, das unseren Hof den Sommer über belagerte und alles mitmachte, was dieser an Möglichkeiten zu bieten hatte; einschließlich der Leerung unseres Weinkellers und das sogar wiederholt.

Doch die Stars des Sommers waren wieder einmal die Kinder. Sie übernahmen den Hof unverzüglich nach ihrer Ankunft, umschwärmten die Tiere, streichelten und fütterten sie, striegelten die Ponys und führten sie auf die Felder hinter unserem Dörfchen und sie waren es auch diejenigen, die sie sattelten, um anschließend das „Glück dieser Erde” unter dem eigenen Hintern zu erleben. Morgens suchten sie Eier im Heu, tobten auf der Tenne oder im Heuhotel, bewohnten das Baumhaus, fuhren nach Lust und Laune die Tarzanseilbahn bergab und bevölkerten, manchmal übervölkerten, das über alles geliebte Trampolin. Sie belagerten den Hasenkäfig, machten die Katzen zu Familienmitgliedern und gaben ihnen immer wieder neue Namen.

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Auch dieses Jahr konnten wir wiederholt erleben, wie Kinder unbewußt zu Vermittlern zwischen Generationen und zwischen zunächst noch fremden Familien wurden, Cliquen bildeten und ihre Eltern, in die Liegestühle oder in den Weinkeller verweisend, überflüßig machten. Dabei entstanden Kinder- und Ferienfreundschaften; es wurden gemeinschaftliche Unternehmungen, Ausflüge, gemeinsame Abende, Theaterstücke u.a.m. kreiert. Unser Hof hielt den hohen Anforderungen wieder einmal stand; er bot reichlich Raum für gemeinschaftliche Vorhaben, aber auch für den Rückzug in die Privatheit.

Magischer Mittelpunkt des Hoflebens war auch dieses Jahr unser Dühöngõ (Feierschuppen); von hier aus hatte man den Überblick über alles, was um einen herum passierte und von hier aus war auch der Weinkeller nicht weit entfernt. Unzählige Stunden, die wir gemeinsam mit unseren Gästen auch heuer hier verbrachten, bleiben uns lange noch angenehm in Erinnerung. Hier spielten, kochten, grillten und backten unsere Gäste, bereiteten die unterschiedlichsten Speisen, richteten Salate an, backten Pizzen, erzählten über Gott und die Welt, schmiedeten gemeinsame Pläne und besprachen das zuvor Erlebte. Hier hingen auch die Programme unseres Hofes für die jeweils nächsten Tage aus, hier erwartete man die Kutsche für die Weinbergsvesperfahrt oder bereitete sich vor für die Dampflokspaßfahrt, weiterhin für Ritte, Weinlesen etc. Hier vereinte sich bei Kerzenlicht und Weinseligkeit die gespannte Erwartung mit dem Erlebten zu farbigen Anekdoten, garniert mit Nussknacken, Weinverkosten oder Quizspielen, wie z.B.: „Erkennst du zwei dir bekannte Personen auf diesem Foto”.

Es gab aber nicht nur Gäste bei uns dieses Jahr, sondern auch harte Arbeit auf dem Hof, bei den Tieren, in den Gästequartieren, im Museum, auf den Feldern und auf dem Weinberg. Dabei konnten wir uns, nach dem Esel- (Schwänzle-) Laci vor zwei Jahren, wieder einmal auf eine Mithilfe stützen, nämlich auf diese von Miklós, der die Tiere versorgte, kaputte Zäune flickte und auch bei manch anderer Arbeit mittat. Von seiner Mitarbeit profitierten auch unsere Gäste; wir hatten so deutlich mehr Zeit für sie. Miklós ist bereits nicht mehr wegzudenken von unserem Hof; er ist sehr tierlieb und ist ein echter Freund von Dagi, Tina, Fanni und Consorten. Er steht auch mit der Eselin Pepi, unserem neuem Hofbewohner, sehr gut. Pepi fühlt sich offensichtlich sehr wohl bei uns und läßt die spannende Frage offen: ist sie nun „etwas” schwanger oder nicht? Diejenigen von Euch, die im Sommer wiederkommen werden, werden das Rätsel selbst auflösen können; auch wir sind schon sehr gespannt.

Auch ein bischen gebaut haben wir 2009, weniger bei uns als bei Helga, die Anfang des Jahres Kendli zu ihrer zweiten Heimat machte. Ihr neu erworbenes, altes Haus mußte nicht nur bewohnbar sondern auch vermietbar gemacht werden. Zu diesem Ziel geleiteten wir diverse Handwerker durch Bauschutt etc. mit Erfolg und Helga konnte bereits zu Pfingsten in ihrem eigenen Haus Ferien machen. Durch den Bau haben wir zwar eine zuverlässige Mieterin verloren, aber dafür ein Schmuckstück für’s Dorf und ein schönes Ferienhaus für 4-6 Personen und ein ebenso schönes Ferienappartement für 2-4 Personen zum Vermieten dazubekommen. Die ersten Gäste haben die neuen Quartiere (Haus Juli und Appartement Juli) den Sommer über bereits mit Erfog testen können.

Unsere eigene Bauerei beschränkte sich dieses Jahr im Wesentlichen auf Verbesserungen und Verschönerungen; größere Aktionen waren, nach der Umbaulast bei den Häusern Veri und Kati ein Jahr zuvor nicht mehr drin. Die Überdachung der Terrasse an Haus Jani und die Beschaffung eines (Vergaser-) Heizkessels für die Häuser Veri und Kati zusammen passten gerade noch in das Budget des Jahres 2009. Beide Maßnahmen sind Schritte in Richtung Wintertauglichkeit und damit Vermietbarkeit unserer Behausungen auch in der kalten Jahreszeit.

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Höhepunkte des Jahres waren, nach wie vor, die traditionellen Kutschfahrten, die Dampflokausflüge sowie die sommerlichen Musikabende in unserem Scheunentheater. Da diese Ereignisse in der Hauptsaison fast wöchentlich stattfanden, bekam fast jeder Sommergast etwas davon mit.

Seit 13 Jahren führen wir Kutschfahrten, auch mal mit Reitbegleitung, zur Familie Salamon am nahegelegenen Weinberg Ádámhegy durch. Dort gibt es für unsere kutschendurchschüttelten Gäste leckeres Kartoffelgulasch und ebenso gute Sósstangli (Salzstangel), dazu Salat und den guten Wein; ein kulinarisches Erlebnis, auch für die, in der Zwischenzeit zahlreichen, Wiederholungstäter. Auf dem Rückweg gab es oft spannende Wettrennen zwischen Kutsche und Reiter.

Noch nicht ganz so lang, aber auch schon knapp zehn Jahre, zieht uns „Karácsony”, die schnaufend-hustende Dampflokomotive durch die Wälder der nahen Kaszópuszta. Einen ganzen Nachmittag tut sie ihren Dienst für uns bis der letzte Kolben Dampf sie auf ihr Abstellgleis befördert und sie dort warten läßt, bis wir wieder kommen und dann darf sie mit ihrem anheimelnden Sound unsere Gäste erneut verzaubern. Und sie ist geduldig; sie harrt leise zischend neben unserem Picknickplatz aus und wartet ab bis wir von unserer naturkundlichen Spaziergang am ausgetrockneten Balátasee zurückkommen und unsere Fahrt ins Unbekannte mit ihr fortsetzen wollen. In den letzten beiden Jahren wurde der alten Tante Karácsony bei ihrer schweren Arbeit kräftige Unterstützung zuteil durch die neu hinzugekommenen Draisinen, deren muskelstärkender Betrieb uns und insbesondere den Kindern immer wieder ein herausragendes Erlebnis bescherte. Die wohl größte Ehre wurde Karácsony aber anläßlich der 50.-ten Geburtstagsfeier von Ortrun im Juni zuteil als romantische Weisen aus der Geige unseres Freundes Ferenc ihre eigene, wohltuende Melodie untermalten. Diese Feier mit vielen lieben Gästen aus dem Familien- und Freundeskreis wurde zu einem unvergesslichen Ereignis, dem, Dank des mitgeführten Salonwagens, nicht einmal der plätschernde Regen etwas anhaben konnte.

Ja, und die Musikabende des Sommers, die gelegentlich schon als Musiknachmittage begannen, rissen uns kurzzeitig aus dem Alltag und unsere Gäste aus dem Urlaubstress und verzauberten uns mit ihren wohlklingenden Tönen in die Welt des Besonderen, in eine Märchenwelt in der sich flötende Hirten und geigende Zigeuner mit Kodály, Brahms, Vivaldi und Anderen unter dem Dach unserer Scheunenbühne für einige Stunden zum gemeinsamen Konzert trafen. Der Wein aus dem Weinkeller, die Plätzchen aus dem Ofen und die Nüsse aus dem Weidenkorb beschafften auch das notwendige Durchhaltevermögen oft bis Mitternacht und darüber hinaus.

2009 war auch das Jahr der „Familienzusammenführung”; Ortruns Familie und ihr Freundeskreis reiste zum Abraham (Ortruns 50.) an und Lászlós Enkelkinder, samt Eltern, kamen als Feriengäste. Anne aus Essen kam auch diesmal wieder und Kathrin und Uwe waren sogar zweimal hier und richteten dabei ganz schön Ordnung an; sie räumten nämlich im Bauernzimmer auf und machten die Gerätschaften dort staubfrei; herzlichen Dank dafür. Dank auch an sonst Alle, die mitgeholfen haben bei gleich welchen Arbeiten, insbesondere aber bei der Weinlese, auch wenn die Aktion nur wenig einbrachte, angesichts des wiederholten und verheerenden Hagelschlages im Sommer. Die Weinseligkeit im nächsten Sommer ist dadurch aber keineswegs gefährdet; wir keltern gerade genügend Stoff aus dazugekauften Weintrauben.

Und was geschah sonst noch an unserem Hof, was berichtenswert wäre? So Manches meinen wir, doch dieser Rundbrief muß jetz endlich raus; wir schreiben schon den 05.01. des Neuen Jahres. Doch wären unsere Pferde Hullám, Cézár und Helena, die Ponys Fanni, Max, Fátyol und Sherry, die Eselin Pepi, die Schafe Hickel und Hockel, die Hunde Dagi, Tina, Morzsi und Sissi, die Katzen

Strümpfchen, Anton, Mikesch, Tik und Tak und die vielnamigen Hasen ganz schön traurig, wenn sie nicht einmal erwähnt würden. Also ihnen geht es allen gut, sie trotzen dem Winter, wie wir auch, und sehen mit Sehnsüchten den Gästen des nächsten Saison entgegen, von denen sie wieder

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gestreichelt werden wollen. Verluste gab es dieses mal -Gott sei Dank- nicht, bis auf die Hühner und ihre Küken von denen der Wildkatze wieder einmal nur wenige entkommen konnten. Diese stehen nun auf unserer Habenseite zur Erhaltung einer gefährdeten Tierart. Ja und auch noch Ronja, unsere junge Labradorverschnitt-Hündin fand von einem Ausflug, dem ein kräftiger Sprung über den Zaun vorausgehen musste, leider nicht wieder zu uns zurück.

Und nun noch ein paar Worte über Kunst und Kampf. Zur Ersten gehören Ortruns Bilder, die sich in ihrer Vielfalt schön bereicherten und auch in Austellungen in Ungarn und ín Österreich zu sehen waren und zum Zweiten Lászlós Bemühungen um Fortschritte in der Region hier, die jedoch eher eine Bereicherung an Erkenntnissen brachten als konkrete Fortschritte; ja, wir Ungarn scheinen uns selbst im Wege zu stehen. Einen Lichtblick gab es aber doch noch; der von László fachlich betreute Kindergarten wurde regionale Fortbildungsstätte für Umwelterziehung in Kindergärten, zweifellos ein wichtiger Erfolg für seine, bald ein Jahrzehnt umfassende, Arbeit auf diesem Gebiet.

Gereist sind wir auch 2009 und zwar einmal zum Bodensee und zurück zwengs Führerschein und Personalausweis für László, die ihm ein halbes Jahr zuvor abhandengekommen waren. Möglich wurde die Reise nachdem Adi, Judith und Uli den Hof für einige Tage übernommen und uns auf allen Futterplätzen vertreten haben. Judith half zusätzlich und traditionsgemäß noch einmal im Herbst einige Wochen bei uns aus; herzlichen Dank an alle Drei. Die geplante Tour zu den Plitvicer Seen in Kroatien fiel wegen Engpässen im Terminkalender aus, doch für 2010 sollten Kulturreisen in die Haupstädte Essen und Pécs möglich werden; so manche Haustür unterwegs könnte dabei einen Ansturm erleben.

Und nun bedanken wir uns für den Berg von Grüßen und Glückwünschen, die uns in den letzten Wochen am Telefon, postalisch oder übers Netz erreichten und erwidern diese herzlich, dehnen sie auch auf diejenigen aus, denen wir auch sonst mit Grüßen und Glückwünschen schuldig sind und bedauern dies nicht einzeln und persönlich tun zu können. Wir würden Euch im neuen Jahr gerne wiedersehen; bis dahin schaut Ihr doch mal in unsere hompage: www.czinki-ferien-bauernhof.hu rein; dort sind auch die Rundbriefe 1 – 13 zu finden.

Herzlich

Ortrun und László